Heute ist der 19.05.2026 und in Puchheim, einer charmanten Stadt nördlich von München, gibt es Neuigkeiten, die nicht nur die Straßen, sondern auch die Herzen der Bewohner berühren. Die Stadt hat beschlossen, Zusatztafeln für Straßen mit unbelasteten Namensgebern zu installieren. Eine wunderbare Idee, die vom Antrag der SPD-Fraktion Ende 2024 inspiriert wurde! Dabei geht es darum, die Geschichten und die Menschen hinter den Straßennamen vorzustellen. Ein schöner Ansatz, um die Geschichte lebendig zu halten und den Bürgern eine Verbindung zu ihrer Heimat zu geben.

Die ersten Straßen, die nun mit Legendenschildern ausgestattet wurden, sind jene, die nach den ersten Bürgermeistern der Nachkriegszeit benannt sind. Diese Schilder erzählen mehr als nur die Namen; sie erzählen von Mut, Entbehrungen und dem unermüdlichen Einsatz für die Gemeinschaft. Bei der Anbringung der Tafeln kam es zu einer kleinen, feinen Feier, bei der Marianne Schuon über Klement Koch, Dominik Dirnberger über Franz-Xaver Ertl und Mandy Frenkel über Heinrich Müller berichteten. Historiker Erich Hage hat sich intensiv mit den Biografien dieser Männer auseinandergesetzt und viele Informationen zusammengetragen.

Klement Koch – Ein Aufstieg und Fall

Klement Koch, geboren 1872 in Puchheim, wurde 1928 zum Bürgermeister gewählt. Doch sein Amt war nicht von Dauer: 1933 setzte ihn das NS-Regime ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg holten ihn die US-Behörden zurück ins Amt. Es ist fast schon ein Filmstoff, wie er die Grundstücksverhandlungen für eine Wohnsiedlung auf dem ehemaligen Flugfeld führte. Nach einer langen und bewegten Lebensgeschichte, die er als Zimmermann begann, legte er 1946 aus gesundheitlichen Gründen das Amt nieder und starb 1952.

Franz-Xaver Ertl – Ein Mann mit Visionen

Sein Nachfolger, Franz-Xaver Ertl, der von 1946 bis 1948 Bürgermeister war, hatte ebenfalls eine interessante Lebensgeschichte. Geboren 1879 in Simbach, war er Bauingenieur und fand seinen Weg in die 1920er Jahre nach Puchheim-Bahnhof. Er war es, der die Gemeindekanzlei dorthin verlegte – was nicht ohne Proteste blieb. Dennoch setzte er sich für die Ansiedlung von Schulen und Ärzten ein und schaffte es, das Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers zu pachten und in Parzellen aufzuteilen. Ein Mann mit Weitblick!

Heinrich Müller – Ein Bürgermeister mit langem Atem

Heinrich Müller, der von 1946 bis 1968 das Zepter schwang, brachte sogar noch mehr Zeit im Amt mit. Er wurde 1897 in der Schweiz geboren und erlebte die Schrecken des Ersten Weltkriegs, wo er unter einer schweren Gasvergiftung litt. Nach dem Krieg fand er seinen Platz im Gemeinderat und war 1946 Gründungsmitglied der SPD-Sektion Puchheim. Unter seiner Regie wurde der Bau einer Siedlung auf ehemaligem Lagergelände eingeleitet, und er spielte eine entscheidende Rolle beim Aufbau der Wasserversorgung. In seinen 22 Jahren im Amt ließ er nicht nur ein neues Schulhaus errichten, sondern auch Rathaus und Feuerwehrhaus neu bauen. Ein echter Macher!

Die Einführung dieser Legendenschilder wird sicherlich nicht nur die Neugier der Puchheimer wecken, sondern auch ein Stück Identität zurückbringen. Es ist wichtig, dass wir nicht nur die Namen der Straßen kennen, sondern auch die Geschichten dahinter. Ein schöner Schritt in die richtige Richtung, der hoffentlich bald auch in anderen Städten Nachahmung findet. Und wer weiß, vielleicht kann man irgendwann auch auf den Spuren dieser historischen Persönlichkeiten wandeln und ihre Geschichten im Kopf lebendig werden lassen.