Heute ist der 14.05.2026 und wir blicken auf eine bewegte Sitzung im Puchheimer Rathaus zurück. Ungefähr 50 Zuhörer hatten sich versammelt, um der konstituierenden Sitzung des Stadtrats beizuwohnen. Die Atmosphäre war angespannt, und es wurde gleich zu Beginn deutlich, dass der Wunsch nach mehr Frauen im Stadtrat laut und deutlich geäußert wurde. Eine Frau rief die Stadträte auf, eine Frau zu wählen. Und tatsächlich: Jean-Marie Leone von der CSU wurde zum Stellvertreter von Bürgermeister Thomas Hofschuster gewählt und erhielt 24 von 31 Stimmen. Hans Knürr von den Grünen wurde als dritter Bürgermeister vorgeschlagen und konnte 21 Stimmen für sich gewinnen. Erfreulicherweise sind 13 von 30 Stadtratsmitgliedern Frauen, doch der Wunsch nach einer stärkeren Vertretung bleibt spürbar.
Bürgermeister Hofschuster eröffnete die Sitzung mit einem eindringlichen Appell zur gemeinsamen Verantwortung und zu sachorientierten Entscheidungen. In Anbetracht der angespannten finanziellen Lage Puchheims, die durch eine Haushaltssperre seit Juli 2025 aufgrund gesunkener Gewerbesteuereinnahmen geprägt ist, wird klar, dass die Stadt in den kommenden Monaten auf die Geschlossenheit ihrer Mitglieder angewiesen sein wird. Manfred Sengl von den Grünen lehnte eine höhere Aufwandsentschädigung für Stadträte ab – eine spannende Diskussion, die mit 16:15 Stimmen für eine Erhöhung von 70 auf 80 Euro beschlossen wurde.
Neue Referate und Ausschüsse
Vor der Sitzung gab es bereits eine Einigung der Fraktionen über die Verteilung von Ausschüssen und Referaten. Die technische Ausschussgemeinschaft, bestehend aus Michaela Kuchinka (FDP), Michael Peukert (GfP) und Alexander Bayaz (Linke), wird sicherlich interessante Impulse setzen. In der Diskussion über 16 Referate wurden Themen wie Feste, Soziales, Verkehr, Umwelt und Finanzen behandelt. Dominik Schneider (CSU) stellte den Antrag auf ein Referat für Gesundheit, Prävention und Inklusion, während Gisella Gigliotti (Grüne) auf die Überversorgung mit Ärzten hinwies. Die UBP schlug ein Referat für Dorfentwicklung, Landwirtschaft und Brauchtumspflege vor. Bürgermeister Hofschuster äußerte Bedenken gegenüber einem Referat, das sich nur auf einen Ortsteil konzentriert. Schließlich wurden drei neue Referate mit großer Mehrheit angenommen, wobei die AfD gegen das Integrationsreferat stimmte.
Wahlen im Stadtrat 2026
Ein Blick auf die Ergebnisse der Stadtratswahl 2026 zeigt die Vielfalt und das Engagement der Puchheimer Bevölkerung. Die CSU konnte sich durchsetzen, angeführt von Karin Kamleiter, die mit 4.223 Stimmen das beste Ergebnis erzielte. Dominik Schneider und Christian Olschowsky folgten dicht dahinter. Auch die Grünen, mit Manfred Dr. Sengl an der Spitze, konnten sich gut behaupten. Die SPD, vertreten durch Norbert Seidl und Jean-Marie Leone, zeigte ebenfalls starke Ergebnisse. Es ist interessant zu sehen, wie die Stimmenverteilung die politische Landschaft in Puchheim prägt und welche Themen im Fokus stehen werden.
Die AfD hingegen konnte mit Dr. Tassilo Erhardt nur einen Platz erreichen, während die UBP und die GfP ebenfalls ihre Stimmenanteile gesichert haben. Die Wahlen zeigen deutlich: Die Bürgerinnen und Bürger sind bereit, sich aktiv einzubringen und ihre Stimme in die Waagschale zu werfen. Es bleibt spannend, wie sich die neuen Stadtratsmitglieder und ihre Referate auf die Entwicklung Puchheims auswirken.