Neu-Ulm am finanziellen Abgrund: Die Schulden steigen, die Sorgen wachsen
Heute ist der 26.06.2026 und die Stadt Neu-Ulm hat wieder einmal einen Blick auf ihre finanzielle Lage geworfen. Die Stadträtinnen und Stadträte haben einen Finanzzwischenbericht präsentiert, der alles andere als rosig ist. Die Schulden der Stadt sind in nur einem Jahr um satte 43 Millionen Euro angestiegen. Das macht unterm Strich voraussichtlich etwa 96 Millionen Euro an Verbindlichkeiten zum Ende des Jahres. Eine Zahl, die bei vielen an den Nerven zerrt und die Sorgenfalten auf die Stirn treibt.
Die Rücklagen der Stadt schrumpfen ebenfalls dramatisch – um 12,7 Millionen Euro. Das ist schon eine Hausnummer! Auch wenn die geplanten Gewerbesteuereinnahmen von 48 Millionen Euro erreicht werden sollen, ist das im Vergleich zum Vorjahr einfach zu wenig. Und die Kreisumlage, die mit 52,1 Millionen Euro im Plan steht, könnte sich zwar um 1,7 Millionen Euro verbessern – aber das wird den Gesamtdruck nicht wirklich mindern. Tanja Fendt von der PRO-Fraktion hat es treffend formuliert: „Viele Kommunen stecken in einer ähnlichen prekären Lage.“
Ein Blick in den Haushalt 2026
Und wie geht es weiter? Der Haushalt für 2026 wurde jetzt beschlossen und zeigt einen Fehlbetrag von etwa 0,5 Millionen Euro. Die Stadt plant, ihre Rücklagen um 7,5 Millionen Euro zu reduzieren und außerdem 20 Millionen Euro Kredit aufzunehmen. Das klingt nicht gerade nach einem soliden Plan. Die voraussichtlichen Schuldenstände für die kommenden Jahre sind ebenfalls alarmierend: 63 Millionen Euro im Jahr 2026, 83 Millionen im Jahr 2027, bis hin zu über 133 Millionen Euro im Jahr 2029. Wer kann da noch ruhig schlafen?
Die Zinsausgaben nehmen auch zu, was die ganze Situation noch prekärer macht. Im Jahr 2026 sind es schon circa 1,5 Millionen Euro, und im Jahr 2029 könnten es sogar 4,5 Millionen Euro sein. Die Stadtspitze muss hier definitiv Prioritäten setzen: Kinder, Gesellschaft, starke Wirtschaft und eine gesunde Umwelt stehen ganz oben auf der Liste. Der Bau privater Wohnungen und Büros scheint hingegen nicht mehr ganz so wichtig zu sein, es sei denn, es handelt sich um die Bibliothek oder den Generationentreff.
Investitionen und deren Folgen
Stadtkämmerer Gregor Kamp hat die hohe Investitionstätigkeit als einen der Hauptgründe für die steigenden Schulden genannt. Projekte wie die Gänstorbrücke, Heiners, Nuwog und die Grundschule in Burlafingen kosten Geld, viel Geld. Und während die Stadt weiterhin auf Wirtschaftswachstum hofft, fordert der zweite Bürgermeister Johannes Stingl Unterstützung von Bund und Land. Ein Aufruf, der in dieser angespannten Lage durchaus Sinn macht.
Und nicht zu vergessen: Neu-Ulm beteiligt sich am bundesweiten Aktionstag des Deutschen Städtetags. Hier wird klar, dass die Forderungen nach Soforthilfen für belastete Kommunen, eine Umsetzung des Besteller-Bezahler-Prinzips und Entlastungen bei Sozialausgaben immer dringlicher werden. Die Bürokratie muss abgebaut werden – das wissen alle, die in diesen Gremien sitzen.
Es bleibt spannend, wie die Stadt Neu-Ulm mit dieser enormen Herausforderung umgehen wird. Die nächsten Jahre könnten entscheidend sein, wenn es darum geht, den Kurs zu ändern und die Bürgerinnen und Bürger nicht weiter in die Bredouille zu bringen. Ob das gelingt? Nun, wer weiß das schon. Aber eines ist sicher: Die Diskussionen werden weitergehen, und wir werden alle gespannt verfolgen, wie sich die Situation entwickelt.
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