Neu-Ulm erhebt die Stimme: Aufruf zur Rettung der kommunalen Finanzen
Heute ist der 22.06.2026 und in Neu-Ulm brodelt es. Die Stadt beteiligt sich am bundesweiten Aktionstag des Deutschen Städtetages und sendet ein dringendes Signal an die Bundesregierung: Es reicht! Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger und ihre Dezernenten stehen zusammen und fordern nicht nur schnelle Entlastungsmaßnahmen, sondern auch eine grundlegende Wende in der kommunalen Finanzpolitik. Schließlich ist die Lage alles andere als rosig.
Die finanziellen Probleme der Städte in Deutschland sind mittlerweile zur nationalen Krise geworden. Während 2022 die kommunalen Haushalte noch einen Überschuss von 4,5 Milliarden Euro verzeichneten, sieht es 2023 schon ganz anders aus: Ein Defizit von 6,3 Milliarden Euro! Und die Prognosen für die kommenden Jahre sind alarmierend – 2024 sollen es bereits 24,3 Milliarden Euro sein und bis 2025 sogar rund 30 Milliarden Euro. Das macht einen ganz schön nervös, zumal die Rücklagen vieler Städte schon jetzt auf der Kippe stehen.
Die Sorgen von Neu-Ulm
Speziell in Neu-Ulm sieht die Bilanz düster aus: Die Rücklagen sinken von 55,6 Millionen Euro im Jahr 2022 auf nur noch 28,6 Millionen Euro bis 2025. Und es wird noch schlimmer – 2026 wird eine Kreditaufnahme von 20 Millionen Euro nötig sein, was den Schuldenstand auf 67,5 Millionen Euro katapultiert. Da fragt man sich, wie lange die Kommunen diese finanzielle Last noch tragen können.
Stadtkämmerer Gregor Kamp bringt es auf den Punkt: Fehlendes Wirtschaftswachstum und negative Steuerschätzungen drücken auf die Kassen. Und das hat ganz konkrete Auswirkungen auf die Lebensqualität der Bürger. Zum Beispiel könnte ein Defizit von 10 Millionen Euro eine Verdopplung der Grundsteuer B nach sich ziehen. Das will wirklich niemand hören. In dieser Situation wird die Unterstützung des Bundes und der Länder dringender denn je.
Forderungen auf den Tisch
Die Stadt Neu-Ulm unterstützt die Kernforderungen des Deutschen Städtetages zur Stärkung der kommunalen Finanzen. Dazu gehören Soforthilfen für die Kommunen, die Umsetzung des Besteller-Bezahler-Prinzips sowie eine stärkere Beteiligung des Bundes an den Sozialausgaben. Zudem ist der Abbau unnötiger Bürokratie ein wichtiges Anliegen. Die Botschaft ist klar: Die Kommunen können die steigenden Belastungen nicht alleine schultern. Bund und Länder müssen endlich Verantwortung übernehmen!
Die Situation ist ernst, und die Zeit drängt. Die Menschen in Neu-Ulm brauchen Perspektiven und eine handfeste Unterstützung, um den Herausforderungen der Zukunft begegnen zu können. Es ist höchste Zeit, dass die alarmierenden Rufe aus den Städten Gehör finden und die Politik endlich handelt. Denn ohne eine klare Strategie droht nicht nur der finanzielle Kollaps, sondern auch die Lebensqualität der Bürger steht auf dem Spiel.
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