Heute ist der 12.05.2026 und in Erding, Bayern, tut sich einiges im Bereich der Rüstungsfinanzierung. Die Diskussion um den Rüstungssektor ist durch die geopolitischen Spannungen, insbesondere durch den russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022, neu entfacht worden. Denise Feldner hat sich intensiv mit der Finanzierungslücke in diesem Sektor auseinandergesetzt und schlägt vor, von Finnland zu lernen. Es ist höchste Zeit, dass wir die Lehren aus der Vergangenheit ziehen und uns auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten.
Eine entscheidende Grundlage ihrer Analyse bildet der Leitfaden der SPARTA (Strategic Protection and Advanced Resilience Technology Alliance), der auf die Notwendigkeit hinweist, unseren Rüstungssektor dringend zu erneuern. Experten warnen, dass Russland bis spätestens 2029 in der Lage sein könnte, NATO-Staaten anzugreifen. Das lässt einen schon mal ins Grübeln kommen, wenn man sich vorstellt, wie schnell sich die Lage ändern kann. Die Bundesregierung hat bereits Schritte unternommen, um die Finanzierung für Rüstungsinvestitionen anzupassen. Schließlich wurde das NATO-Ziel angehoben, und ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Verteidigung eingerichtet. Vorher gab es jährlich nur 4 bis 7 Milliarden Euro für Rüstungsinvestitionen – das war ein Tropfen auf den heißen Stein!
Technologische Erneuerung in Erding
Eine interessante Entwicklung ist der Sandboxing-Campus in Erding. Hier werden technologische Innovationen im Rüstungsbereich gefördert, und es wird ein kreatives Umfeld geschaffen, um neue Ideen zu entwickeln. Man könnte fast sagen, dass Erding zum Zentrum der militärischen Innovationskraft in Bayern aufsteigt! Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius präsentierte im April die erste Militärstrategie für eine konventionelle Armee, was zeigt, dass man sich hier nicht auf den Lorbeeren ausruht. In Paris wird darüber hinaus an Szenarien zur nuklearen Teilhabe gearbeitet, um die Verteidigungsfähigkeit weiter zu stärken.
Doch trotz all dieser Initiativen gibt es noch große Herausforderungen. Die unterschiedlichen militärischen Doktrinen und Befehlsketten in Europa machen es nicht gerade einfach, eine einheitliche Strategie zu entwickeln. Es besteht dringender Bedarf an einer Neustrukturierung und Anpassung der bestehenden Befehlsketten, um effizienter agieren zu können. Und das große finanzielle Loch zur Erneuerung des Rüstungssektors muss gestopft werden – das geht nur mit privaten Investitionen. Die Neugier von Business Angels und Venture Capital im Bereich DefTech ist gestiegen, was Hoffnung macht, dass neue Gelder fließen werden.
Die Rolle der Privatwirtschaft
Es ist klar, dass Banken erst aktiv werden, wenn private Schulden eingesetzt werden. Daher wird es entscheidend sein, wie schnell und in welchem Umfang private Investoren bereit sind, in den Rüstungssektor zu investieren. Vorschläge wie die Freistellung von Finanzinstrumenten von ESG-Kriterien sind ebenfalls auf dem Tisch, um die Investitionen zu erleichtern. Die Militärstrategie muss in den Operationsplan Deutschland übersetzt werden, und die zivilen Strukturen müssen diese Veränderungen mittragen. Das ist eine Mammutaufgabe!
Der Ansatz der Gesamtverteidigung, wie in Finnland, wird als besonders notwendig erachtet, um die Verteidigungsfähigkeit zu stärken. Es ist ein spannendes, aber auch herausforderndes Unterfangen, das viel Fingerspitzengefühl und strategisches Denken erfordert. Die strategische Verbreitung von militärischem Wissen in der Gesellschaft wird als neue Aufgabe für Führungskräfte identifiziert. Denise Feldner bringt dabei ihre Erfahrung in der Organischen Elektronik und ihre Zusammenarbeit mit dem US Army War College und NATO COE DAT ein – da fließen viele Kompetenzen zusammen.