Heute ist der 13.05.2026 und wir blicken auf eine bedeutende Entscheidung des bayerischen Kabinetts, die in der Stadt Dachau für Aufsehen sorgt. Der einstige „Kräutergarten“ des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau wird in die KZ-Gedenkstätte integriert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das klingt zunächst nüchtern, doch dieser Ort birgt eine erschütternde Geschichte, die nun in einem neuen Licht betrachtet werden soll.
Der „Kräutergarten“ war mehr als nur ein Garten. Unter den Häftlingen war er als „Plantage“ bekannt und stellte eine Versuchsgüteranstalt dar, in der Menschen unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten. Ein Dokumentarfilm über den KZ-Häftling und Priester Korbinian Aigner hat die grausamen Umstände ans Licht gebracht, die hier herrschten. Aigner, der dort großes Leid erfuhr, wird somit zu einem Symbol für das, was an diesem Ort geschehen ist. Mit der Integration des Kräutergartens in die Gedenkstätte will man ein Zeichen setzen. Ziel ist es, den Kampf gegen Antisemitismus und Extremismus zu stärken und die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten.
Eine neue Ära der Erinnerungskultur
Die Pläne sehen vor, dass der Freistaat Bayern die Kosten für die Altlastensanierung und erste Maßnahmen zur erinnerungskulturellen Erschließung übernimmt. Geplant sind ein Besucherrundweg und Informationsangebote, die den historischen Kontext des Ortes beleuchten. Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, hebt hervor, wie wichtig die Erschließung dieses historischen Standorts ist. Es ist nicht nur eine Gedenkstätte, sondern ein Ort, an dem die Vergangenheit lebendig gehalten wird, um aus ihr zu lernen.
Doch nicht nur in Dachau wird Geschichte bewahrt. Auch im ehemaligen KZ Flossenbürg sind Neuerungen in Planung. Hier wird das Verwaltungs- und Gefolgschaftsgebäude ausgebaut und als Lern- und Erinnerungsstätte gesichert. Diese Initiativen sind Teil eines größeren Konzepts, um das Bewusstsein für die Schrecken der Geschichte zu schärfen und den Dialog zu fördern. Zudem sollen Teile des ehemaligen KZ-Außenlagers Kaufering VII in die Stiftung Bayerische Gedenkstätten überführt werden, um historische Relikte zu sichern und einen weiteren Lern- und Gedenkort zu schaffen.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Die Entscheidung, den Kräutergarten in die Gedenkstätte einzubeziehen, ist ein wichtiger Schritt. Es geht darum, die Geschichten derer, die hier gelitten haben, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Die Gedenkstätten bieten Raum für Reflexion, für Trauer und auch für das Verständnis, dass wir aus der Vergangenheit lernen müssen. Dieses Engagement gegen das Vergessen ist nicht nur für die Überlebenden und ihre Familien von Bedeutung, sondern für uns alle, die wir in einer Gesellschaft leben, die sich an den Lehren der Geschichte orientieren sollte.