Am 12. Mai 2026 fand in der Kirche Heilig Kreuz in Dachau ein ganz besonderes Konzert statt, das die Zuhörer in eine fesselnde Klangwelt entführte. Die Chorgemeinschaft Dachau, unterstützt vom Streicherensemble des BR-Sinfonieorchesters und unter der Leitung von Dirigent Michael Meyer, präsentierte die mitreißende „Misa Tango“ von Martin Palmeri. Eine Kombination aus den Welten der Kirchenmusik und des Tangos – zwei ursprünglich gegensätzliche Musikrichtungen – die hier in harmonischer Symbiose aufeinandertrafen.
Der Abend begann feierlich mit Gabriel Faurés „Cantique de Jean Racine“ aus dem Jahr 1865, das die Atmosphäre in der Kirche sofort mit einer sanften, erhebenden Melodie erfüllte. Die Pianistin Alina Voiler verzauberte das Publikum dann mit ihrer Darbietung der „Rêverie“ von Claude Debussy, die für Klavier solo gespielt wurde. Und dann kam der große Moment: Simon Japha entführte alle mit dem Akkordeon in die Welt des Tangos, als er „Café 1930“ aus Astor Piazzollas „L’Histoire du Tango“ vortrug. Ein wahrhaftiger Übergang in eine neue Klangdimension!
Ein Aufeinandertreffen der Stile
Die „Misa Tango“ war das Herzstück des Abends. Palmeris Werk, das 1965 uraufgeführt wurde, verbindet leidenschaftliche Tango-Rhythmen mit traditionellen Chor- und Orchesterklängen. Die Herausforderung für die Sänger war groß, denn die ungewohnten Rhythmen machten das Singen nicht immer einfach. Doch bei der Aufführung war nichts davon zu hören – die Stimmen klangen kraftvoll und klar, getragen von der Energie und dem Ausdruck des Tangos. Mit dabei war die wunderbare Mezzosopranistin Theresa Holzhauser, die den liturgischen Text mit einer emotionalen Tiefe veredelte.
Pfarrer Dr. Benjamin Gnan hielt zudem eine Begrüßungsrede, in der er die besondere Verbindung zwischen Tango und liturgischen Texten betonte. Diese Brücke zwischen Sakralem und Weltlichem schuf eine einzigartige Atmosphäre, die die Zuhörer in ihren Bann zog. Es war fast so, als würde der Tango – einst von der Kirche abgelehnt – hier in der Heilig Kreuz-Kirche seine Wiederauferstehung feiern.
Ein unvergesslicher Abend
Der Abend endete mit einer Zugabe, die die Zuhörer noch einmal aufhorchen ließ: „En Sueños“ von Luis Brighenti bot einen wunderbaren Abschluss und hinterließ ein Gefühl der Zufriedenheit. Ein Konzert, das man nicht so schnell vergisst – die Kombination aus leidenschaftlichem Tango und klassischer Kirchenmusik war einfach nur großartig!
Wer den Abend nicht erleben konnte, hat am Samstag, den 9. Mai 2026, noch eine Gelegenheit, denn da wird erneut ein Konzert mit dem Titel „Sacred Music Meets Tango – MisaTango & more“ stattfinden. Der Vorverkauf läuft bereits, und die Karten sind zu einem fairen Preis erhältlich. Also, auf geht’s zur nächsten musikalischen Entdeckungsreise in der Kirche Heilig Kreuz!