Heute ist der 10.05.2026 und in Dachau, einer Stadt mit einer tiefen, bewegten Geschichte, gedenken wir einem ganz besonderen Menschen: Martin A. Klaus. Im Mai 1977 begannen die Herausgeber der Süddeutschen Zeitung, Lokalausgaben in sieben Landkreisen rund um München herauszugeben – darunter auch die Dachauer Neueste. Klaus, Jahrgang 1938, übernahm als Redaktionsleiter die Verantwortung für diese Ausgabe und prägte sie nachhaltig.

Geboren in Bernau am Chiemsee, hatte Klaus eine besondere Verbindung zu Dachau. Die Stadt, die heute nicht nur für ihre idyllische Atmosphäre bekannt ist, beherbergt auch eine Gedenkstätte für das ehemalige Konzentrationslager. Dies war für Klaus stets ein wichtiger Aspekt seiner Berichterstattung. Sein Vater war Direktor eines Strafgefangenenlagers, was ihn sensibel für das Thema Holocaust machte. Klaus sorgte dafür, dass die Dachauer Neueste ein offenes Forum für die Aktivitäten rund um die KZ-Gedenkstätte bot – im Gegensatz zum Münchner Merkur, der eher zurückhaltend war.

Ein Leben für den Journalismus

Hans Ulrich Kempski, Chefreporter der SZ, hatte ein wachsames Auge auf die neuen Landkreisausgaben und kontaktierte täglich die Redaktionen, während Klaus sich mit einem besonderen Elan um die Dachauer Ausgabe kümmerte. Er war nicht nur ein Journalist, sondern auch ein Mentor. Der junge Kurt Kister, der später Chefredakteur der SZ wurde, fand unter Klaus’ Fittichen wertvolle Unterstützung. Klaus war bekannt für seine Gelassenheit, seine Freude am Genießen und seine großen Portionen in der benachbarten Metzgerei – man konnte ihn regelrecht schlemmen sehen.

Seine entspannte Haltung zum Redaktionsschluss war legendär. Klaus verstand es, die Balance zwischen Professionalität und Lebensfreude zu halten. Diese Mischung machte nicht nur ihn, sondern auch die Dachauer Neueste zu etwas Besonderem. Er war ein Mensch, der die Geschichten der Stadt lebendig machte und dabei nie die Sensibilität für die Geschichte aus den Augen verlor.

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Ein letzter Abschied

Martin A. Klaus ist im Alter von 87 Jahren verstorben. Seine Tochter und sein Enkel gaben die traurige Nachricht in einer Todesanzeige bekannt. Die Trauer um Klaus ist nicht nur in seiner Familie spürbar, sondern auch in der gesamten Redaktionsgemeinschaft und unter den Lesern der Dachauer Neueste. Er hinterlässt eine Lücke, die schwer zu füllen sein wird.

Sein Lebenswerk, geprägt von Menschlichkeit und einem tiefen Verständnis für die Geschichte, wird in Dachau weiterleben. Die Gedenkstätte, die er so leidenschaftlich unterstützte, wird weiterhin ein Ort des Erinnerns und des Lernens sein. Ein Ort, der die Stimmen der Vergangenheit mit der Gegenwart verbindet.