Heute ist der 18.07.2026, und während ich hier in Dachau sitze, kommt mir ein ganz besonderer Anlass in den Sinn, der nicht nur die Menschen in Rheinbrohl berührt hat. In dieser kleinen Stadt wurden vor kurzem sieben neue Stolpersteine verlegt. Diese kleinen, messingenen Platten sind weit mehr als nur Gedenktafeln – sie sind ein Mahnmal für die jüdischen Mitbürger, die während des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Die Verlegung fand unter dem aufmerksamen Blick von Bürgermeister Oliver Labonde statt, und Frank-Matthias Mann, ein engagiertes Mitglied des Stolperstein-Teams von Gunter Demnig, führte die Zeremonie durch.

Die neuen Stolpersteine befinden sich in der Wilhelm- und der Hauptstraße. Es ist bemerkenswert, dass in der oberen Kirchstraße bereits seit über 25 Jahren vier Stolpersteine an Albert und Rosa Baer sowie Moritz und Katharina Baer erinnern. Diese neuen Steine bringen nun das Gedenken an weitere Opfer in den Vordergrund: Josef Jonas, Bertha Jonas geb. Jakob, Hermann, Mathilde geb. Steinberg, Leo, Hertha geb. Abraham und Paula Wolff geb. Sommer. Jeder dieser Namen erzählt eine eigene Geschichte – eine Geschichte von Verlust und Leiden, die nicht in Vergessenheit geraten darf.

Das Gedenken und die Bedeutung der Stolpersteine

Frank-Matthias Mann betonte während der Zeremonie die Wichtigkeit, Zeitzeugen und deren Angehörige in die Aufarbeitung der Geschichte einzubeziehen. Das ist ein Punkt, der mir besonders am Herzen liegt. Es ist so entscheidend, dass wir die Stimmen derer hören, die diese dunklen Kapitel der Geschichte erlebt haben. Denn nur so können wir die Erinnerung wachhalten und Lehren daraus ziehen. Diese Stolpersteine sind nicht einfach nur Erinnerungen – sie sind ein Aufruf zur Menschlichkeit, zur Empathie und zur Verantwortung gegenüber unserer Geschichte.

Um noch tiefer in die Geschichte einzutauchen, empfehle ich die Internetportale www.juedische-gemeinden.de und www.alemannia-judaica.de. Dort gibt es viele spannende Informationen und weiterführende Recherchen zur jüdischen Geschichte in Rheinbrohl. Es ist faszinierend, wie vielschichtig und reichhaltig die Geschichte dieser Region ist, und wie wichtig es ist, sie lebendig zu halten.

VeloCore Medium

Wenn wir über die Bedeutung solcher Gedenkaktionen sprechen, dürfen wir nicht vergessen, wie wichtig es ist, dass die nächsten Generationen diese Geschichten kennen und verstehen. Es ist unsere Pflicht, das Erbe derer, die gelitten haben, zu bewahren. Gedenken ist nicht nur eine Rückschau; es ist auch ein Versprechen, dass sich solche Gräueltaten nie wiederholen dürfen. In diesem Sinne, lassen wir die Steine für sich sprechen und die Geschichten weitertragen.

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