Ein trauriger Abschied steht bevor: Lothar Fuchs, der seit 45 Jahren Pächter seines Kleingartens am Schäferweg in Dachau ist, muss bis spätestens Mai 2027 seine Parzelle räumen. Diese Entscheidung trifft nicht nur ihn, sondern auch zahlreiche andere Kleingartenbesitzer in der Region, da die Stadt Dachau eine Beseitigungsanordnung umgesetzt hat, um den Hochwasserschutz zu gewährleisten. Tatsächlich sind die Kleingärten, die aus landwirtschaftlichen Flächen entstanden sind, nie offiziell genehmigt worden, wie merkur.de berichtet.

Die Hintergründe dieser Maßnahme sind alarmierend: Ein Starkregenereignis und ein Jahrhundert-Hochwasser im Juni 2024 haben erhebliche Schäden in der Region verursacht. Experten warnen, dass solche Wetterextreme in Zukunft häufiger eintreten könnten. Aus diesem Grund veranstaltete das Landratsamt Dachau im März 2025 ein Forum zum Hochwasserschutz, um die Bürger über Vorsorgemaßnahmen und bauliche Anpassungen zu informieren, wie das Landratsamt Dachau festhält.

Entstehung der Kleingärten und ihre rechtliche Situation

Lothar Fuchs ist über die Entscheidung der Stadt und ihre Argumentation enttäuscht. „In den letzten 50 Jahren gab es hier kein Hochwasser“, betont er und erinnert daran, dass die Stadt einst versprochen hatte, die Gärten baurechtlich zu legalisieren. Nach der Kommunalwahl 2020 kam jedoch nichts weiter und nun müssen viele Kleingärtner, darunter zahlreiche Rentner, die unangenehme Wahrheit akzeptieren. Die Stadt und das Wasserwirtschaftsamt argumentieren, dass die Gärten im Falle eines Überschwemmungsereignisses das Wasser am Ablauf hindern könnten, was die Räumungsentscheidung weiter rechtfertigt.

Für viele Betreiber wie Fuchs ist die Vorstellung, die Flächen künftig für Obst- und Gartenbau zu nutzen, unbefriedigend. Viele schätzen, dass die Pflege der Beete zu belastend ist und empfinden die angebotene Regelung als ungenügend. Zudem wird die Einhaltung der Beseitigungsanordnung durch eine Rechnung über 200 Euro, die Fuchs von der Stadt erhält, noch weiter erschwert.

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Die Herausforderungen des Hochwasserschutzes

Die Kleingärten in Dachau stehen exemplarisch für die Herausforderungen, die der Hochwasserschutz mit sich bringt. Im Rahmen der vor Kurzem veröffentlichten Richtlinien und Informationen des Landratsamts wird klar, welche Maßnahmen bei zukünftigen Hochwasserereignissen wichtig sind. Dort gibt es Checklisten und Informationen, die als Leitfaden für Grundstückseigentümer und Bürger dient, um Schäden zu vermeiden und besser gewappnet zu sein.

Die Ablehnung der Kleingärtner bezüglich der Neuregelung spiegelt nicht nur das persönliche Schicksal von Lothar Fuchs wider, sondern auch einen größeren Konflikt zwischen Umweltschutz und persönlichen Freiheitsrechten. Die Stadt hat immer wieder betont, dass es keine Alternativen für neue Kleingartenflächen gibt, weil Grundstückseigentümer nicht für eine Nutzung gewonnen werden konnten. Hier mag das Schicksal der Kleingärtner ein Wink sein: Man muss sich den Herausforderungen des Klimawandels und der städtischen Planungen gemeinsam stellen.

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