Heute, am 18.07.2026, blicken wir in Dachau auf eine traurige Realität, die tief in die Herzen der Kleingärtner eindringt. Lothar Fuchs, ein 85-jähriger Rentner, hat über 45 Jahre lang seinen Kleingarten am Schäferweg gepflegt. Ein Stückchen Erde, das für ihn wie ein Zuhause war. Doch nun muss er bis Mai 2027 seine geliebte Parzelle räumen. Der Grund? Hochwasserschutzmaßnahmen der Stadt Dachau. Die Stadt hat eine Beseitigungsanordnung erlassen, die den Kleingärtnern das Wasser abgräbt – im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Kleingärten, die einst aus landwirtschaftlichen Flächen entstanden sind, wurden nie offiziell genehmigt. Nach dem Bau der B471 im Jahr 1972 wurden sie aus der landwirtschaftlichen Nutzung herausgerissen und haben sich über die Jahre als grüne Oasen etabliert. Doch die Stadt und das Wasserwirtschaftsamt machen nun geltend, dass diese Gärten im Falle eines Überschwemmungsereignisses das Wasser am Ablauf hindern könnten. „In den letzten 50 Jahren gab es hier kein Hochwasser“, entgegnet Fuchs. Ein wenig frustrierend, oder?

Die ungewisse Zukunft der Kleingärten

Im Jahr 2022 erhielten die Pächterschaften schließlich die frohe Botschaft in Form einer Räumungsanordnung. Eine Nachricht, die wie ein Schlag ins Gesicht kam. Fuchs und seine Mitstreiter sind mit dem Angebot der Stadt, die Flächen weiterhin für Obst- und Gartenbau zu nutzen, alles andere als glücklich. Für viele Rentner ist die Pflege von Beeten und Pflanzen einfach zu anstrengend geworden. Da wird der Wunsch nach einem ruhigen Lebensabend in der Natur zum Kampf mit dem Unkraut.

Die Stadt hatte einst versprochen, die Gärten baurechtlich zu legalisieren, doch nach der Kommunalwahl 2020 blieb dieses Versprechen unerfüllt. Ein Schatten der Enttäuschung liegt über den einst blühenden Parzellen. Und als ob das nicht genug wäre, bekommt Fuchs zusätzlich zur Räumungsanordnung auch noch eine Rechnung über 200 Euro von der Stadt. Ein schaler Beigeschmack bleibt da nicht aus.

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Das Ende einer Ära?

Die Situation für die Kleingärtner in Dachau ist angespannt. Es gibt keine Alternativen für neue Kleingartenflächen, da Grundstückseigentümer nicht für eine Nutzung gewonnen werden konnten. Ein Teufelskreis, der viele Hobbygärtner in eine unsichere Zukunft stürzt. Fuchs ist mit seinen 85 Jahren nicht der Einzige, der an der Situation leidet. Viele andere Pächter, die über die Jahre ihre kleinen Paradiese geschaffen haben, sehen nun alles in Gefahr. Die Frage bleibt: Wie wird sich die Stadt Dachau in Zukunft um die Belange ihrer Bürger kümmern?

Es ist ein trauriges Kapitel in der Geschichte der Kleingärten, das uns daran erinnert, wie schnell Veränderung nicht nur die Landschaft, sondern auch die Herzen von Menschen betreffen kann. Die Gärten sind nicht nur Orte des Anbaus, sondern auch der Gemeinschaft, der Erinnerungen und des Lebens. In einer Zeit, in der immer mehr Menschen das Bedürfnis nach Natur und Ruhe verspüren, wird das Aus für diese kleinen Paradiese umso schmerzhafter wahrgenommen.

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