Am Wochenende, genauer gesagt am 8. und 9. Mai 2026, war Hirschaid, südlich von Bamberg, der Schauplatz eines ganz besonderen Events: Der Bürgerenergie-Konvent fand dort statt und versammelte über 200 Menschen, die sich für die Energiewende aus Bürgerhand starkmachen. Die Atmosphäre war einfach elektrisierend! Man spürte förmlich die Leidenschaft und das Engagement der Teilnehmer, die trotz aller Herausforderungen, die die Energiewende mit sich bringt, zusammenkamen, um ihre Ideen und Visionen auszutauschen.

Der Konvent war nicht nur ein wichtiges Vernetzungstreffen für Bürgerenergiegemeinschaften in Deutschland, sondern auch eine Plattform für inspirierende Diskussionen und zukunftsweisende Ideen. So hielt Dr. Eva-Maria Grommes eine packende Keynote über die Nutzung von Social Media zur Schaffung von Akzeptanz für die Energiewende. Ein spannender Aspekt: Viele TikTok-Nutzer sind über 55 Jahre alt! Das zeigt, dass die Zielgruppen viel heterogener sind, als man denkt. Ihr Vorschlag, TikTok als Werkzeug zu nutzen, um weniger energiewende-affine Zielgruppen anzusprechen, wurde von vielen Anwesenden als innovativ und zukunftsweisend diskutiert.

Diskussion und Erkenntnisse

In der anschließenden Podiumsdiskussion „Power für die Region“ berichtete Bürgermeister Jörg Neubauer über den Bürgerwindpark Weißenbrunn. Das Publikum hörte gebannt zu, als Jonas Glüsenkamp, zweiter Bürgermeister von Bamberg, die Bedeutung verlässlicher Ansprechpartner für die Menschen in der Region betonte. Lisa Badum von den Grünen brachte eine wichtige Perspektive ein: Sie kritisierte die mangelnde öffentliche Aufmerksamkeit für die positiven Geschichten und die regionalen Wertschöpfungen durch erneuerbare Energien. Es ist wirklich bedauerlich, dass solche Informationen oft zurückgehalten werden, während negative Nachrichten die Runde machen.

Ein weiterer interessanter Punkt kam von Steven Salecki vom Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW). Er hob die hohe Wertschöpfung der Erneuerbaren Energien hervor und forderte eine stärkere Kommunikation der Vorteile der Bürgerenergie. Ein Bericht des Bundeswirtschaftsministeriums, das von Robert Habeck beauftragt wurde, zeigt, dass der Ausbau erneuerbarer Energien ein zentraler Motor für regionale Wertschöpfung und gesellschaftliches Miteinander ist. Leider bleibt die Ministeriumsleitung in der Kommunikation zu den Ergebnissen eher zurückhaltend.

Neue Geschäftsmodelle und Optimismus

Ein weiteres Highlight des Konvents waren die Workshops zu neuen Geschäftsmodellen der Bürgerenergie. Hier präsentierten die Bürgerwerke eG ein Pilot-Angebot zum Energy Sharing, das seit Ende 2025 durch §42c des Energiewirtschaftsgesetzes erlaubt ist. Eine spannende Entwicklung, denn in Deutschland wurde dieses Konzept erst vor sechs Monaten gesetzlich verankert, während die EU bereits 2018 den Weg dafür geebnet hatte. Laura Zöckler von der Bürgerwerke e.G. und der Heidelberger Energiegenossenschaft HEG äußerte sich optimistisch über die Energieversorgung in Bürgerhand. Ihr Enthusiasmus war ansteckend!

Ein ganz anderer Aspekt, der angesprochen wurde, ist die Notwendigkeit konkreter Projekte aus kommunalen Wärmeplanungen, idealerweise mit Genossenschaften als Betreibern. Anna Leidreiter von der Bürgerenergie Nord e.G. betonte die entscheidende Rolle der Genossenschaften für die Umsetzung von Erneuerbaren Energien. Es ist klar, dass die Bürgerenergie-Gemeinschaften sich auch sozialer Medien bedienen, um jüngere Menschen zu erreichen und über ihre Projekte zu informieren. Die Strategien der Bürgerenergie-Aktivisten, um gegen negative Argumente wie die „Dunkelflaute“ anzugehen, zeigen, dass sie bereit sind, die Herausforderungen direkt zu konfrontieren.

Abgerundet wurde der Konvent durch die Verleihung des Michael-Sladek-Preises, der Persönlichkeiten für ihr Engagement in der Bürgerenergie ehrt. Reinhard Guthke und Verena Ruppert wurden in diesem Jahr ausgezeichnet – beide haben sich auf bemerkenswerte Weise für die Teilhabe und lokale Konzepte eingesetzt. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig der Einsatz von Einzelpersonen und Gruppen in diesem Bereich ist.

Insgesamt war der Bürgerenergie-Konvent 2026 in Hirschaid ein eindrucksvolles Zeichen für die Kraft der Bürgerenergie und ihre Zukunft. Es gibt noch viel zu tun, aber die Begeisterung und das Engagement der Teilnehmer lassen auf eine positive Entwicklung in der Energiewende hoffen. Die Menschen hier sind bereit, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und ihre Ideen in die Tat umzusetzen – und das ist doch das Herzstück der Energiewende aus Bürgerhand!