Heute ist der 23.05.2026 und das Unterallgäu hat es wieder einmal mit einer beunruhigenden Nachricht zu tun. Ein 79-jähriger Mann wird momentan intensivmedizinisch behandelt, nachdem bei ihm eine Bornavirus-Infektion festgestellt wurde. Es ist ein ernster Fall, der die Aufmerksamkeit des Landesamtes für Gesundheit (LGL) auf sich zieht. Doch wie genau kam es zu dieser Ansteckung? Das bleibt im Moment noch unklar. Ein echtes Rätsel!

Die Übertragung des Virus erfolgt hauptsächlich über die Feldspitzmaus, die als natürlicher Wirt für das Bornavirus gilt. Amtsarzt Jürgen Dachl hat klargestellt, dass die Gefahr für die Bevölkerung gering ist, da das Virus nicht von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Man könnte sagen, es bleibt also ein Problem für die Kleintierhaltung und nicht für die Nachbarschaft. Trotzdem sollte man vorsichtig sein – der direkte Kontakt mit diesen kleinen Nagern oder deren Ausscheidungen könnte gefährlich werden. Und das ist nicht nur eine theoretische Überlegung, denn in den letzten Monaten gab es bereits mehrere Fälle in Bayern, unter anderem in Augsburg und im Raum Bad Wörishofen.

Ein gefährlicher Erreger

Das Bornavirus, genauer gesagt das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1), ist als Erreger der Borna’schen Krankheit bekannt, und das schon seit über 250 Jahren. Erst 2018 wurde es als Verursacher schwerer Gehirnentzündungen beim Menschen identifiziert. Die Symptome sind tückisch: Zuerst Kopfschmerzen und Fieber, dann folgt oft eine gefährliche Enzephalitis. Da kann es schnell ernst werden, und in den meisten Fällen verläuft die Infektion tödlich.

Das Virus ist in Bayern nahezu flächendeckend in den Feldspitzmaus-Populationen nachgewiesen. Etwa jede dritte bis vierte Feldspitzmaus an Orten mit Virusvorkommen ist infiziert. Was die Übertragung auf den Menschen betrifft, so ist der genaue Weg nach wie vor ein Mysterium. Mögliche Übertragungswege könnten kontaminierte Lebensmittel, Wasser oder direkter Kontakt sein. Mensch-zu-Mensch-Übertragungen scheinen extrem unwahrscheinlich zu sein – das ist immerhin eine kleine Erleichterung.

Ein seltenes, aber ernstes Problem

Die Bornavirus-Erkrankung ist tatsächlich recht selten, aber die Gefahr sollte nicht unterschätzt werden. Bundesweit werden jährlich weniger als zehn Fälle registriert, wobei die meisten aus Bayern stammen. Die Meldepflicht für Bornavirus-Infektionen besteht seit März 2020, was bedeutet, dass die Gesundheitsbehörden besser im Bilde sind, wenn es um mögliche Ausbrüche geht.

Die Behandlungsmöglichkeiten sind begrenzt. Es gibt keine spezifische Therapie, und die unterstützenden Maßnahmen stehen im Vordergrund. Virostatika wie Ribavirin und Favipiravir haben in Studien vielversprechende Ergebnisse gezeigt, sind aber bisher nicht zugelassen. Das ist natürlich frustrierend, vor allem für die Betroffenen und deren Familien, die sich in einer solch belastenden Situation befinden.

Die Hygiene spielt eine entscheidende Rolle, um das Risiko einer Infektion zu minimieren. Sorgfältige Küchenhygiene ist wichtig, da Feldspitzmäuse normalerweise kein Obst oder Gemüse anknabbern. Und auch beim Umgang mit anderen Wildtieren, wie Igeln, sollte man vorsichtig sein. Schutzmaßnahmen sind hier generell ratsam.

In einer Region, die so ländlich geprägt ist wie das Unterallgäu, ist das Bewusstsein für solche Risiken besonders wichtig. Wenn wir alle ein wenig achtsamer sind, können wir vielleicht das eine oder andere Unglück verhindern. So bleibt zu hoffen, dass der 79-Jährige bald genesen kann und wir aus dieser Situation lernen.