Heute ist der 3.05.2026 und der Schwandorfer Stadtpark hat sich in ein pulsierendes Zentrum des sozialen Wandels verwandelt. Bei der Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) unter dem eindringlichen Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ versammelten sich zahlreiche Menschen, um für ihre Rechte und eine gerechtere Rentenpolitik zu demonstrieren. Ein klarer Aufruf für auskömmliche Renten, die „zum Leben reichen“, hallte durch die Reihen der Zuhörer. Stellvertretender DGB-Kreisvorsitzender Andreas Sander begrüßte mit herzlichen Worten die Anwesenden aus Politik, Gewerkschaften sowie Betriebs- und Personalräten, die sich in der Frühlingssonne versammelt hatten. Der Klang des Musikvereins Dachelhofen vervollständigte die Atmosphäre und gab dem Ganzen einen festlichen Rahmen.

Oberbürgermeister Andreas Feller (BLS) nutzte die Gelegenheit, um über den Wandel der Gesellschaft zu sprechen. Er betonte die Notwendigkeit, gute und faire Arbeitsplätze zu schaffen. Ein Thema, das gerade in Zeiten eines prognostizierten Mangels von über einer Million Verwaltungskräften bis 2030 von enormer Bedeutung ist. „Wir müssen die Prozesse in der Verwaltung standardisieren“, erklärte er und erntete Zustimmung aus dem Publikum. Ein bemerkenswerter Punkt, der die Herausforderungen unserer Zeit auf den Punkt bringt.

Forderungen für die Zukunft

Der DGB-Kreisvorsitzende Wolfgang Kurzendorfer legte nach und brachte die zentrale Forderung auf den Tisch: Die Rente muss so gestaltet sein, dass sie den Menschen in den Mittelpunkt stellt. „Wir brauchen eine Rentenpolitik, die den Namen auch verdient“, rief er in die Menge. Das Rentenniveau soll über 2031 hinaus bei 48 Prozent stabilisiert und später auf 50 Prozent angehoben werden. Ein ambitioniertes Ziel, das in der aktuellen politischen Diskussion wohl nicht einfach umzusetzen ist. Zudem forderte er, dass das Renteneintrittsalter nicht weiter steigen darf und alle Erwerbstätigen, einschließlich Beamte und Selbstständige, in die Rentenversicherung einbezogen werden sollten.

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war der Hauptredner Udo Fechtner, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Amberg. Er kritisierte scharf die derzeitige Diskussion um die Krankenkassen und stellte die Idee einer Bürgerversicherung in den Raum, in die alle einzahlen sollten. „Es kann nicht sein, dass es eine so große Ungerechtigkeit zwischen Beamtenpensionen und Renten gibt“, erklärte er und machte die Ungleichheit deutlich: Während die durchschnittliche Pension eines Beamten bei etwa 3240 Euro liegt, kommt die Rente nach 45 Beitragsjahren im Schnitt nur auf etwa 1450 Euro. Ein Beispiel, das zum Nachdenken anregt: Ein verbeamteter Lehrer erhält nach 40 Dienstjahren etwa 3138 Euro Pension, während sein nicht verbeamteter Kollege nur rund 1496 Euro Rente bekommt.

Ein einheitliches Versicherungssystem

Fechtner plädiert für ein einheitliches Versicherungssystem, das für alle gelten sollte. „Wir müssen eine Lösung finden, die für alle fair ist“, betonte er und erntete kräftigen Applaus. Die Diskussion über Gerechtigkeit und Chancengleichheit in der Gesellschaft ist so aktuell wie nie zuvor. Es sind nicht nur Zahlen und Statistiken, die hier zählen, es sind die Schicksale der Menschen, die hinter diesen Werten stehen. Ein Gefühl der Solidarität schwebte über dem Stadtpark, während die Zuhörer an die Notwendigkeit einer Reform erinnert wurden, die wirklich alle Menschen einbezieht.

In einer Zeit, in der soziale Ungerechtigkeiten immer mehr ins Rampenlicht rücken, ist es wichtig, dass die Stimmen der Arbeitnehmer gehört werden. Die Mai-Kundgebung des DGB war ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass das Engagement für soziale Gerechtigkeit weiterhin lebt und gedeiht. Die Forderung nach einer gerechten Rentenpolitik ist nicht nur ein wirtschaftliches Thema, sondern auch ein moralisches Gebot. Die Menschen hier in Schwandorf wissen, dass es an der Zeit ist, für ihre Rechte einzustehen – und das haben sie eindrucksvoll getan.