Am 20. Mai 2026 hat sich das Landratsamt Regensburg in einen Ort des Austausches und Lernens verwandelt. Eine Hybridveranstaltung zur geschlechtersensiblen Medizin lockte Ärztinnen und Ärzte, Pflege- und medizinisches Fachpersonal sowie Studierende und Interessierte an. Die Organisatoren – Gleichstellungsstellen und Gesundheitsamt von Stadt und Landkreis Regensburg, das Universitätsklinikum Regensburg, die Universität Regensburg und der Katholische Deutsche Frauenbund – hatten sich ein wichtiges Ziel gesetzt: Die Verbesserung von Prävention, Diagnostik und Therapie für alle Geschlechter. Und das klingt doch schon mal nach einer sehr sinnvollen Sache, oder?
Vor Ort und online konnten die Teilnehmenden das spannende Programm verfolgen, das mit einer herzlichen Begrüßung durch Landrätin Tanja Schweiger und Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger begann. Die beiden Vertreter der Stadt und des Landkreises wiesen auf die Bedeutung der geschlechtersensiblen Medizin hin, die oft als „Gendermedizin“ bezeichnet wird. Hierbei wird berücksichtigt, dass es Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Geschlechtern gibt, die in der Medizin von großer Relevanz sind. Themen wie die Häufigkeit von Erkrankungen, Symptome und die Wirksamkeit von Therapien – all das wird durch das Geschlecht beeinflusst.
Fachvorträge und Expertenwissen
Der fachliche Auftakt wurde von Dr. Christiane Groß, der Ehrenpräsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes e. V., gestaltet. Sie warf einen Blick auf den aktuellen Stand der Forschung zur geschlechtersensiblen Medizin und stellte fest, dass hier noch viel zu tun ist. In den anschließenden Vorträgen wurden spezifische Aspekte beleuchtet, die für die medizinische Praxis von Bedeutung sind. So referierte Univ.-Prof. Dr. med. Dr. Dr. h. c. Martina Müller-Schilling über geschlechterspezifische Aspekte bei Lebererkrankungen, während Univ.-Prof. Dr. med. Miriam Banas die Bedeutung geschlechtersensibler Betrachtungen bei chronischen Nierenkrankheiten thematisierte. Prof. Dr. med. Andrea Bäßler schloss das Vortragsprogramm mit einer Untersuchung zur Herzinsuffizienz aus geschlechtersensibler Perspektive ab.
Die Veranstaltung fiel mit dem Internationalen Aktionstag für Frauengesundheit am 28. Mai zusammen, dessen Motto „Unsere Gesundheit! Unsere Rechte! Unser Leben!“ für die Stärkung der Frauengesundheit und die Förderung geschlechtersensibler Ansätze in Forschung, Lehre und Praxis steht. Ein starkes Zeichen für mehr Bewusstsein und gerechte Gesundheitsversorgung, das in Zeiten, in denen Gesundheitsthemen mehr denn je in den Fokus rücken, von großer Bedeutung ist.
Einblick in die Zukunft der Medizin
Die Veranstaltung hat gezeigt, dass der Weg zur geschlechtersensiblen Medizin nicht nur ein akademisches Thema ist, sondern auch ganz konkrete Auswirkungen auf die tägliche Praxis hat. Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, sich auszutauschen, Fragen zu stellen und sich über neue Erkenntnisse zu informieren. Es war einfach schön zu sehen, wie viel Engagement und Interesse in den Gesichtern der Teilnehmenden steckte.
In der heutigen Zeit, in der wir immer mehr über die Bedeutung von Diversität und Inklusion sprechen, ist es ermutigend zu wissen, dass solche Themen auch in der Medizin an Bedeutung gewinnen. Wenn wir die Unterschiede zwischen den Geschlechtern besser verstehen und in unsere medizinischen Praktiken integrieren, können wir eine gerechtere Gesundheitsversorgung für alle schaffen. Und das ist doch ein Ziel, für das es sich lohnt, zu kämpfen!
