Heute ist der 20.05.2026 und die Stadt Regensburg steht Kopf. Joachim Wolbergs, der ehemalige Oberbürgermeister, hat einen Schockmoment erlebt, der für viele unerwartet kam. In München wurde er wegen Vorteilsannahme zu über zwei Jahren Haft verurteilt. Ein Urteil, das die Wellen schlägt und die Gemüter erhitzt. Wolbergs selbst hat sich nach der Urteilsverkündung erst etwas später zu Wort gemeldet, nachdem sein Verteidiger Peter Witting die ersten Statements abgab. Und was für ein Statement das war! Witting plant, das Urteil anzufechten, auch wenn er die Chancen auf Erfolg eher als gering einschätzt. Ein mulmiges Gefühl bleibt zurück, während Wolbergs hypothetisch anderen in ähnlichen Lagen rät, aufzugeben, selbst aber nicht aufgeben möchte. Ein innerer Zwiespalt, der ihn offensichtlich beschäftigt.

Er hat jedoch auch klargestellt, dass er sein Stadtratsmandat bis zu einer möglichen Haftstrafe behalten will. Wozu auch aufgeben, wenn es momentan scheinbar Unterstützung von der Stadtgesellschaft gibt? Die Reaktionen in Regensburg seien überwiegend positiv, so Wolbergs. Aber wie sieht es wirklich aus? Das Gericht hat in seinem Urteil festgestellt, dass Wolbergs nicht so ahnungslos ist, wie er sich darstellt. Eine Firma, die ihm bei der Renovierung seiner Wohnung und eines Ferienhauses half, hat ihm anscheinend keinen Cent für die Bauleitung in Rechnung gestellt. Das Gericht ist überzeugt, dass Wolbergs wusste, dass dies sein Wohlwollen sichern sollte. Das ist schon ein heftiger Vorwurf, oder? Seine Erklärung über die Unkenntnis des Koordinationsaufwands wird als Schutzbehauptung angesehen, und die Mails, die auftauchten, belegen, dass er sich sehr wohl dessen bewusst war. Ein bisschen viel Theater für einen, der als Oberbürgermeister in einer exponierten Position war.

Wolbergs‘ Herausforderungen

Die strengen Regeln im öffentlichen Dienst sind nicht ohne. Man stelle sich vor: Ein Oberbürgermeister, der Einfluss bei Baufragen hat, darf keine großen Summen aus der Branche annehmen. Das klingt selbstverständlich. Das Gericht sieht Wolbergs nicht als „naiv und ahnungslos“. Seine lange Verfahrensdauer von rund zehn Jahren hat ihn nicht nur rechtlich, sondern auch gesundheitlich belastet. Darf man sich fragen, wie es ist, ständig im Kreuzfeuer der Öffentlichkeit zu stehen? Es wird betont, dass die lange Spendenperiode eine zusätzliche Belastung für ihn war. Auch wenn er jetzt unter dem Druck leidet, hat er das Vertrauen in die Redlichkeit der Verwaltung beschädigt. Ein durchaus schwerer Schatten, der auf seiner Amtszeit lastet.

Sein Verteidiger Witting hat angekündigt, Rechtsmittel einlegen zu wollen, und zeigt sich unverständlich über den Abschluss des Verfahrens. Er kritisiert, dass die Darstellung von Wolbergs nicht ausreichend berücksichtigt wurde, und die abgelehnten Befangenheitsanträge im Verfahren sind ihm ein Dorn im Auge. Es ist schon fast tragisch, wie sich hier ein Drama entfaltet, das sowohl Wolbergs als auch die Stadt Regensburg nachhaltig beeinflusst.

Die Komplexität dieser Situation ist kaum zu fassen. Eine Stadt, die sich durch einen ehemaligen Oberbürgermeister repräsentiert sieht, muss nun mit den Konsequenzen leben. Regensburg steht an einem Scheideweg, und wie es weitergeht, bleibt vorerst ungewiss. Das Urteil ist gefällt, aber die Reaktionen und die kommenden Schritte von Wolbergs und seinem Verteidiger könnten die Stadt noch eine Weile in Atem halten.