Heute ist der 30.06.2026 und in Neu-Ulm weht ein Hauch der Nostalgie durch die Straßen. Ein ganz besonderer Abschied wurde kürzlich im Edwin-Scharff-Haus gefeiert: Michael Keck, der Polizeichef, der 45 Jahre lang für Recht und Ordnung in der Region gesorgt hat, verabschiedete sich in den Ruhestand. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickt er auf seine jahrzehntelange Karriere zurück, die ihn durch zahlreiche Höhen und Tiefen geführt hat.

Sein Werdegang begann, als er mit 17 Jahren als Praktikant bei der Polizeiinspektion in Weißenhorn eintrat. Wer hätte gedacht, dass aus diesem jungen Mann eines Tages der Leiter der Polizeiinspektion Neu-Ulm werden würde? Er durchlief alle möglichen Positionen, von Streifenbeamter bis hin zum Polizeirat und schließlich der Chef der Polizeiinspektion in Neu-Ulm. Thorsten Ritter wurde als sein Nachfolger eingeführt – ein großer Schuh, den er da ausfüllen muss.

Ein turbulentes Jahrzehnt

In den 1990er Jahren erlebte Keck die Stadt Neu-Ulm im Wandel. Der Abzug der amerikanischen Truppen, die deutsche Wiedervereinigung und der Jugoslawienkrieg – all das prägte die Sicherheitslage in der Region. Keck war oft gefordert, wenn es darum ging, organisierte Kriminalität und politischen Terrorismus zu bekämpfen. Er sprach von einer Zunahme von Gefährdern, die die Stadt in Atem hielten. Diese Herausforderungen ließen ihn nicht kalt, aber sie formten auch seinen Charakter und seine Sicht auf die Polizeiarbeit.

Seine Rückkehr nach Neu-Ulm im Jahr 2010 fiel in eine Zeit, in der Rockerkriminalität und Diskotheken-Konflikte an der Tagesordnung waren. Mit viel Engagement steuerte er die Situation in der Lessingstraße, wo sich zahlreiche Diskotheken drängten und die Besucherzahlen hoch waren. „Alkohol und Drogen – das spielte eine große Rolle bei den Konflikten“, so Keck. Ein besonders bemerkenswerter Vorfall war der Kokainfund im Fruchthof Nagel, bei dem mehrere hundert Kilo sichergestellt wurden. Das sind die Geschichten, die man sich nicht wünscht, aber die Realität ist manchmal gnadenlos.

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Erinnerungen und Ausblick

Doch trotz all der Herausforderungen blickt Keck mit einem Lächeln auf seine Zeit zurück. „Es war meine berufliche Heimat“, sagt er und sieht die Entwicklungen in Neu-Ulm als Teil seines Lebenswerkes. Die Zusammenarbeit mit seinen Kollegen und die positiven Erinnerungen an seine Einsätze seien für ihn unvergesslich. Auch die Veranstaltungen, die in der Stadt stattfinden, nimmt er neutral wahr – die Sicherheitslage ist immer ein Thema, aber er hat Vertrauen in die zukünftige Arbeit seiner Nachfolger.

Die Veränderungen in einer Stadt sind oft schleichend, aber sie hinterlassen Spuren. Michael Keck hat nicht nur die Polizei, sondern auch die Stadt Neu-Ulm geprägt, und seine Abwesenheit wird spürbar sein. Das, was er erreicht hat, bleibt. Ein neuer Abschnitt beginnt, sowohl für ihn als auch für die Polizeiinspektion Neu-Ulm, die nun unter neuer Führung steht – aber die Erinnerungen an die turbulenten Jahre, die er erlebt hat, werden nicht verblassen.

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