In der schönen Stadt Bielefeld wird am 10. November 2026 ein ganz besonderes Event stattfinden, das nicht nur die Geister der Literaturwissenschaft erweckt, sondern auch tief in die soziologischen Einsichten von Norbert Elias eintaucht. Die Veranstaltung „Diskretion. Habitus, Konvention, Erzählstil“ wird im Rahmen der Norbert Elias-Lectures präsentiert. Die emeritierte Professorin für Literaturwissenschaft, Prof. em. Dr. Inka Mülder-Bach aus München, wird die Zuhörer um 18:00 Uhr im Raum X-E0-001 an der Universität Bielefeld in ihren Bann ziehen. Der Eintritt ist kostenlos – ein wahres Schnäppchen!

Der Vortrag wird sich mit den Veränderungen von Verhaltensformen zwischen der mittelalterlich-feudalen Gesellschaft und der höfischen Gesellschaft befassen, die Elias als „Zivilisierungsschub“ beschreibt. Spannend ist, dass in diesem Kontext neue Begriffe für die selbstkontrollierten Verhaltensweisen der Oberschichten in den europäischen Sprachen entstanden sind. Insbesondere der Begriff „Diskretion“ wird unter die Lupe genommen. Was bedeutet es wirklich, diskret zu sein? Es geht nicht nur um Zurückhaltung, sondern auch um die Fähigkeit zu unterscheiden und zu urteilen. Anhand von ausgewählten Stationen der höfischen und bürgerlichen Diskursgeschichte wird die Bedeutung dieses Begriffs untersucht.

Die Verbindung zu Norbert Elias

Norbert Elias, ein bedeutender Soziologe, der 1969 sein Werk „Die höfische Gesellschaft“ veröffentlichte, hat sich intensiv mit den sozialen Beziehungen am Hof und der Soziologie des Königtums beschäftigt. Seine Analysen zur höfischen Gesellschaft zur Zeit Ludwigs XIV. im Ancien Régime werfen ein Licht auf die komplexen Verhaltensweisen und sozialen Zwänge, die die Hofangehörigen prägten. Elias beschreibt, wie der alte Schwertadel durch die zentrale Autorität und die Modernisierung der Kriegsführung politisch marginalisiert wurde. Und es ist faszinierend, wie er Parallelen zwischen der höfischen Gesellschaft und der modernen Gesellschaft zieht. Ein Gedanke, der auch in Mülder-Bachs Vortrag widerhallt.

Am Beispiel von Theodor Fontane soll Diskretion nicht nur als Thema des realistischen Erzählens, sondern auch als Erzählstil veranschaulicht werden. Hier wird die Verbindung zwischen Literatur und gesellschaftlichem Wandel besonders deutlich. Wer hätte gedacht, dass so viel hinter einem scheinbar einfachen Begriff wie „Diskretion“ steckt?

Master Class mit Inka Mülder-Bach

Und als ob das nicht genug wäre, findet am 11. November 2026 eine Master Class mit Inka Mülder-Bach zum Thema „Diskretes Erzählen“ statt. Ein wahrer Leckerbissen für alle, die sich für Literatur und deren tiefere Bedeutung interessieren. Mülder-Bach ist nicht nur eine erfahrene Professorin, sondern hat auch an renommierten Universitäten wie der FU Berlin, der LMU München und der Princeton University gelehrt. Ihre Forschungsschwerpunkte reichen von der deutschen Literatur des 18. bis 20. Jahrhunderts bis hin zur Poetik und Ästhetik, die sie in ihrer Laufbahn intensiv erforscht hat.

Ein Blick auf Elias‘ Schriften

Die „Gesammelten Schriften“ von Norbert Elias bieten einen tiefen Einblick in sein umfangreiches Werk. Von den Frühschriften bis hin zu den Untersuchungen zur höfischen Gesellschaft ist für jeden etwas dabei. Besonders spannend ist der Band über „Über den Prozess der Zivilisation“. Hierin wird die Wandlung des Verhaltens in den weltlichen Oberschichten des Abendlandes beleuchtet. Diese Werke sind nicht nur für die Wissenschaftler von heute von Bedeutung, sondern auch für jeden, der sich mit den gesellschaftlichen Entwicklungen auseinandersetzen möchte.

Wer also am 10. November in Bielefeld ist, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Ein Abend voller Wissen, Diskussion und Inspiration wartet auf die Teilnehmer. Wenn das keine Einladung ist, die man nicht ablehnen kann!

Für weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Anmeldung steht die Universität Bielefeld unter medien@uni-bielefeld.de zur Verfügung. Auch auf der Webseite aktuell.uni-bielefeld.de gibt es weitere Details.