Brückenabriss und Sperrung der A99: Verkehrschaos für Münchens Pendler in Sicht
Die Vorfreude auf ein entspanntes Wochenende könnte bald einem großen Stau weichen. Der östliche Münchner Autobahnring A99 wird nämlich wegen dringender Brückenarbeiten in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Ab Freitag, dem 20. November um 20 Uhr, ist Schluss mit dem gewohnten Verkehrsfluss, und das bis Montag, den 23. November um 5 Uhr. Insgesamt 57 Stunden Sperrzeit stehen uns bevor – ein echter Hammer für alle, die in und um München unterwegs sind.
Der betroffene Abschnitt erstreckt sich zwischen der Anschlussstelle Hohenbrunn und dem Kreuz München-Ost, auch die Anschlussstelle Haar wird dicht gemacht. Warum das Ganze? Der Grund ist der Abriss der B304-Brücke über die A99, die seit 1973 ihren Dienst tut und täglich von etwa 38.000 Fahrzeugen frequentiert wird. Die gute Nachricht: Die B304 bleibt während der Sperrung befahrbar, sodass der Verkehr dort weiterhin rollen kann.
Aktuelle Verkehrsprobleme und Ausweichrouten
Die Autobahn GmbH warnt vor erheblichen Verkehrsproblemen im gesamten Großraum München, denn eine geeignete Ausweichroute gibt es nicht wirklich. Ein großer Teil des Verkehrs wird durch die Stadt geleitet, was vor allem die B471 als kleinräumige Umfahrungsroute und die A94 für weitreichende Umfahrungen betrifft. Besonders in und um München, sowie auf dem Weg nach Nürnberg, sollten Autofahrer frühzeitig auf die Sperrung hingewiesen werden. Für alle, die zu bestimmten Zielen fahren möchten, wird eine weiträumige Route über die A3 in Richtung Regensburg und Passau empfohlen.
Um die Verkehrslage etwas zu entlasten, sind vorübergehende Lkw- und Dieselfahrverbote aufgehoben worden. Die Autobahn GmbH hat den Termin Ende November gewählt, weil zu diesem Zeitpunkt mit einem geringeren Verkehrsaufkommen zu rechnen ist. Autofahrer sind herzlich eingeladen, den Münchner Autobahnring an diesem Wochenende möglichst zu meiden, unnötige Fahrten durch München zu verschieben und auf jeden Fall mehr Zeit einzuplanen. Wer es sich einrichten kann, sollte auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen oder seine Fahrt verschieben. Vor Antritt einer Reise ist ein Blick auf die aktuelle Verkehrslage ratsam.
Die marode Brücke: Ein Sanierungsfall
Die Brücke der B304 über die A99 bei Haar weist in der Tat einige ernstzunehmende Schäden auf. Bei einer Routineprüfung wurden Korrosionsschäden an der Betondecke festgestellt, und das Bauwerk zeigt unter anderem Betonabplatzungen und freiliegenden Stahl. Laut der Autobahn GmbH Südbayern besteht zwar derzeit keine akute Gefahr, doch vorsorglich wird ein Schutznetz unter der Brücke angebracht, um herabfallende Betonteile aufzufangen. Die Brücke ist nicht nur eine wichtige Verbindung zwischen den Landkreisen Ebersberg und München, sondern auch ein zentraler Knotenpunkt für den Berufs- und Pendlerverkehr.
Erste vorbereitende Arbeiten wie Rodungen und Leitungsverlegungen sind bereits für Oktober 2025 eingeplant. Im Winter 2025/2026 soll südlich der bestehenden Brücke eine Behelfsbrücke errichtet werden, die alle Fahrspuren aufnehmen kann. Ab Mitte 2026 wird der Verkehr dann über diese Behelfsbrücke und die A99 geleitet. Der Rückbau der alten Brücke ist für Herbst 2026 vorgesehen, und die gesamte Maßnahme wird voraussichtlich bis Ende 2028 abgeschlossen sein. Die Kosten für dieses Mammutprojekt belaufen sich auf etwa 30 Millionen Euro.
Ein Blick auf die Brücken-Situation in Deutschland
Die Brücke bei Haar ist nur ein Beispiel unter vielen. In Deutschland gelten rund 8.100 Teilbauwerke an Autobahnen und 3.000 an Bundesstraßen als modernisierungsbedürftig. Eine alarmierende Zahl – etwa jede dritte Autobahnbrücke ist marode. Die Autobahn GmbH hat im Jahr 2025 neue Ausschreibungen gestoppt, hauptsächlich aufgrund fehlender Bundesmittel. Das hat zur Folge, dass viele Bauprojekte eingefroren wurden und die Bauwirtschaft in Schwierigkeiten steckt.
Ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro für Infrastruktur und Klimaneutralität soll in Zukunft helfen, die Lage zu verbessern. Für das Jahr 2026 sind mehr als 21 Milliarden Euro für Verkehrswege vorgesehen, darunter auch Gelder speziell für Autobahnbrücken. Ob das allerdings ausreicht, um die jahrzehntelangen Missstände zu beheben? Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird. Pendler, Kommunen und die Bauwirtschaft sind auf jeden Fall in einem ständigen Spannungsfeld zwischen notwendigen Sanierungen und der Realität der Finanzmittel.
