In der ruhigen, beschaulichen Gegend um Mühldorf am Inn gibt es jetzt einen Grund mehr, stolz zu sein. Ein freiwilliger Landtausch hat den Grundstein gelegt für die KZ-Gedenkstätte am Bunkerbogen im Mühldorfer Hart. Das ist nicht nur ein Ort des Erinnerns; jetzt wurde dieser bedeutende Schritt auch mit dem Staatspreis „Land.Dorf.Zukunft“ ausgezeichnet! Am 22. Oktober wurde die Auszeichnung in der Münchner Residenz von Staatsministerin Michaela Kaniber höchstpersönlich überreicht. Ein schöner Moment für alle, die sich für die Erinnerungskultur starkmachen.

Dieser Preis ist ein Zeichen der Anerkennung für all jene Gemeinden und Initiativen, die mit Kreativität und viel Engagement neue Perspektiven für den ländlichen Raum schaffen. Und in diesem Jahr haben es gleich elf Projekte in die engere Auswahl geschafft – das spricht für die lebendige Gemeinschaft hier in Bayern.

Gemeinsame Anstrengungen für die Erinnerung

Der Grund, warum der Bunkerbogen nun dauerhaft unter Schutz steht, liegt in einem cleveren und einvernehmlichen Flächentausch. Vorher war das historische Gelände über mehrere private Eigentümer verstreut und von unklaren Rechtsfragen betroffen. Durch den Landtausch sind nun 17 Hektar des Areals in öffentliches Eigentum übergegangen, was die Erhaltung des Bunkers als Erinnerungs- und Bildungsort erheblich erleichtert. Die Bayerischen Staatsforsten haben die benötigten Tauschflächen bereitgestellt – ein echter Gewinn für alle!

Ein Verein, der hier besonders aktiv ist, ist „Für das Erinnern – KZ-Gedenkstätte im Mühldorfer Hart e.V.“, der seit vielen Jahren die Geschichte des Ortes und der dort inhaftierten Menschen erforscht und vermittelt. Diese Arbeit ist unverzichtbar, um die Erinnerung an die dunklen Kapitel der Geschichte lebendig zu halten.

Digitale Erschließung der Erinnerungsorte

In Bayern gibt es zudem eine spannende Entwicklung, die KZ-Gedenkstätten und NS-Erinnerungsorte digital zugänglich macht. Die BayernHistoryApp hat einen speziellen Bereich eingerichtet, der diesen wichtigen Themen gewidmet ist. Ziel ist es, die historischen Orte in einer inklusiven, barrierefreien Form sichtbar und erlebbar zu machen. Junge Menschen sollen so einen einfachen Zugang zur Geschichte bekommen und die kritische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit gefördert werden.

Das klingt doch nach einer tollen Initiative, oder? Wissenschaftliche und technologische Grundlagen werden im Memory Media Lab der Filmuniversität Babelsberg entwickelt. Das alles ist ein Teil der kontinuierlichen Bemühungen, die Erinnerungskultur in Bayern lebendig zu halten und weiterzuentwickeln. Und das ist auch der Weg, wie wir mit der Geschichte umgehen sollten – offen, ehrlich und voller Respekt.

Mit der Auszeichnung des Mühldorfer Harts und den vielen weiteren Projekten zeigt sich, dass in Bayern nicht nur Erinnerungsarbeit geleistet wird, sondern dass die Menschen dahinter auch leidenschaftlich für ihre Geschichte einstehen. So bleibt die Erinnerung an die Vergangenheit nicht nur ein Wort, sondern wird aktiv gelebt und weitergegeben.