Heute ist der 18.05.2026 und Miesbach steht mal wieder im Zeichen des Naturschutzes. In der ersten Sitzung des neuen Kreistags, die am Dienstag stattfand, wurden nicht nur die neuen Mitglieder und Landrat Jens Zangenfeind (FW) vereidigt, sondern auch die Weichen für die Landschaftsschutzgebiete gestellt. Ein Thema, das für viele hier in der Region von großer Bedeutung ist. Denn Miesbach lebt von seiner intakten Natur und der beeindruckenden Gebirgslandschaft – und das könnte bald in Gefahr sein.

Wusstet ihr, dass der Landkreis Miesbach am Ende des Jahres flächendeckend ohne Landschaftsschutz dastehen könnte? Das klingt alarmierend. Tatsächlich wurden in den 1950er-Jahren Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen, die mittlerweile rechtlich nicht mehr haltbar sind. Ein Gericht entschied 2022, dass sechs dieser Schutzgebiete hinfällig sind, weil die Originalkarten abhandengekommen sind. Ein echter Schock für viele. Der scheidende Landrat Olaf von Löwis (CSU) hatte noch versucht, die Schutzgebiete vor der Kommunalwahl zu beschließen, doch das scheiterte. So bleibt der neue Kreistag mit einem drängenden Problem zurück.

Diskussionen und Bedenken

Im Kreistag wurde in einer Sondersitzung über die Neuausweisung der Landschaftsschutzgebiete gesprochen. Der Zeitdruck war spürbar, und die Mountainbiker waren ein zentrales Thema der Diskussion. Vor der Sitzung gab es Bedenken, ob ein vorschneller Beschluss gefasst werden sollte. Die Bürgermeisterdienstbesprechung am Montag ergab, dass man aufgrund neuer Informationen keinen überstürzten Beschluss fassen kann. Deshalb wurde der für Dienstag geplante Umweltausschuss kurzerhand abgesagt.

Die Sondersitzung selbst fand als Informationsveranstaltung statt. Hier wurde klar, dass die Verwaltung um Abteilungsleiterin Franziska-Maria Kreuzinger mit etwa 800 eingegangenen Einwendungen konfrontiert war. Missverständnisse wurden geklärt, Punkte nachgebessert, und man arbeitete an klaren und verständlichen Formulierungen. Immerhin soll das Ganze auch für die Betroffenen nachvollziehbar sein. Und ja, auch die Mountainbiker haben ihre Stimmen erhoben – eine Zonenlösung wird vorgeschlagen, um Bereiche zu definieren, in denen das Mountainbiken nicht erlaubt ist. Das sorgt für gemischte Gefühle.

Ein Weg in die Zukunft

Die Idee einer Neuformulierung der Schutzverordnungen ist unumgänglich, vor allem wegen des Siedlungs- und Freizeitdrucks. Christine Negele (SPD) erinnerte daran, dass der Auftrag zur Neufassung bereits vor acht bis neun Jahren erteilt wurde. Die Fristen müssen beachtet werden, und die Auslegung soll nicht in die Ferien fallen – das klingt nach viel Bürokratie. Landrat Jens Zangenfeind bestätigte, dass konstruktiv weitergearbeitet werden soll. Doch der weitere Fahrplan liegt nun in der Verantwortung der Verwaltung, was einige besorgt zurücklässt.

Die Naturschutzverbände unterstützen die Entwürfe des Landratsamts und fordern eine zügige Befassung des neuen Kreistags mit dem Thema Landschaftsschutz. Die Sorge um die Flächennutzung ist bei Grundbesitzern und Landwirten groß. Mountainbiker befürchten, dass ihre geliebten Pfade eingeschränkt werden – ein Dilemma, das schwer zu lösen ist. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird. Die Natur und die Menschen – sie müssen einen Weg finden, der für beide Seiten tragbar ist.