Brandgefahr beim Unkrautvernichten: Sicherheitswarnung für Gas-Abflammgeräte in Bad Wiessee
Am Dienstagnachmittag, dem 27. Oktober 2026, kam es in Bad Wiessee zu einem kleinen, aber brenzligen Zwischenfall. Ein Anwohner wollte am Inselweg Moos und Unkraut mit einem Gas-Abflammgerät loswerden – eine alltägliche Angelegenheit, könnte man meinen. Doch um 14.45 Uhr, und das sagt die Polizei, geschah das, was man sich nicht wünscht: eine angrenzende Fichtenhecke geriet in Brand. Vermutlich war es Unachtsamkeit, die die Flammen entfesselte, und schnell war ein zwei bis drei Meter langer Abschnitt des Gehölzes in Gefahr.
Glücklicherweise waren der Anwohner und ein Nachbar schnell zur Stelle und konnten das Feuer noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr löschen. Die Wiesseer Feuerwehr, die mit zehn Einsatzkräften anrückte, musste somit nicht mehr aktiv eingreifen. Dennoch gibt es einen kleinen Wermutstropfen: Sollte die Hecke neu angepflanzt werden müssen, schätzt die Polizei den entstandenen Schaden auf etwa 500 Euro. Ein teurer Spaß für eine Maßnahme, die eigentlich dazu dienen sollte, den Garten in Schuss zu bringen!
Vorsicht beim Unkrautvernichten!
Die Feuerwehr warnt nicht ohne Grund vor solchen Vorfällen. Gasbrenner, die häufig für die Unkrautentfernung verwendet werden, sind zwar praktisch und erreichen Temperaturen von bis zu 1.000 Grad Celsius, aber sie bergen auch erhebliche Brandgefahren. In Werl beispielsweise brannte im Juli 2025 ein Fachwerkhaus vollständig ab, nachdem ein Nachbar beim Abflämmen von Unkraut nicht aufgepasst hatte. Und auch in Bergkamen endete ein ähnlicher Versuch mit einem brennenden Auto – die Flammen hatten eine Hecke ergriffen und wurden zur Gefahr für alles in der Umgebung.
Frank Frenser von der Feuerwehr Bonn empfiehlt, diese Geräte besser nicht zu benutzen. Die hohe Hitze kann innerhalb von Sekunden brennbare Materialien in Flammen aufgehen lassen. Das gilt besonders, wenn es schon eine Weile trocken ist. Wer trotzdem mit einem Gasbrenner arbeiten möchte, sollte einige Sicherheitsvorkehrungen beachten: Abstand zu brennbaren Materialien halten, vorher trockenes Laub und Äste entfernen und auf windiges Wetter verzichten. Ein paar einfache Handgriffe, die viel Ärger ersparen können.
Alternativen und die Geschichte der Abflammgeräte
Im biologischen Landbau werden Abflämmgeräte seit 1852 eingesetzt. Flüssiggasgeräte kamen 1948 auf den Markt und wurden seither immer weiterentwickelt. Auch wenn die Methode bei kleinen, trockenen Pflanzen sehr effektiv sein kann, ist sie nicht ohne Risiken. Die Pflanzen werden nicht vollständig verbrannt, sondern durch die hohe Hitze lediglich erhitzt, was die Zellwände zum Platzen bringt. Die Wurzeln bleiben allerdings oft unversehrt, was bedeutet, dass man nach ein paar Wochen erneut Hand anlegen muss.
Für die Unkrautbekämpfung auf befestigten Flächen sind mechanische und thermische Verfahren gesetzlich erlaubt – und im Idealfall durchaus effektiv. Aber gerade in trockenen und windigen Zeiten kann das Abflämmen schnell nach hinten losgehen. Umso wichtiger ist es, sich an die Sicherheitshinweise zu halten: Geschlossene Schuhe tragen, lange Hosen anziehen und auf Kinder sowie Haustiere achten. Man will ja nicht nur den Garten, sondern auch sich selbst schützen!
Wenn der Einsatz von Gasgeräten zu riskant erscheint, gibt es auch Alternativen wie Heißluft- oder Infrarotgeräte. Diese kommen ohne offene Flamme aus, sind aber ebenfalls nicht ganz risikofrei. Die sicherste Methode bleibt jedoch das Auszupfen des Unkrauts von Hand. Es mag mühsam erscheinen, aber es ist unbestreitbar die effektivste und umweltfreundlichste Variante.
