Am vergangenen Sonntagabend war es endlich soweit: Der TEV Miesbach trat auswärts gegen das Tabellenschlusslicht ESC Dorfen an und sorgte für einen packenden Eishockeyabend in der Bayernliga. Nach 40 Minuten sah es noch alles andere als rosig aus für die Miesbacher, die mit einem Rückstand von 1:3 in die letzte Drittelpause gingen. Doch das Team von Trainer Dusan Frosch zeigte im Schlussdrittel, was in ihm steckt, und drehte die Partie sensationell mit einem 5:3-Sieg.

Die ersten beiden Drittel waren eher ernüchternd für die Miesbacher. Dorfen, das in dieser Saison noch kein Überzahlspiel erfolgreich abschließen konnte, nutzte gleich seine erste Chance und brachte sich durch ein Tor von Forster (3.) in Führung. Auch die weiteren Tore von Matheson und Stach schienen die Miesbacher aus dem Konzept zu bringen. Moritz Schlickenrieder sorgte zwar für den Anschlusstreffer, doch Dorfen stellte mit einem weiteren Tor den alten Abstand wieder her. Nach der zweiten Pause war bei den Miesbachern jedoch die Wende eingeleitet.

Ein furioses Schlussdrittel

Im letzten Drittel legten die Miesbacher dann richtig los. Mit einem bemerkenswerten Druck in der Offensive häuften sie die Chancen und belohnten sich. Maxi Vollmayer verkürzte auf 2:3, gefolgt von Nico Fissekis, der nur eine Minute später ausglich. Es war ein echter Kraftakt, der das Team zurück ins Spiel brachte. Matej Pekr, der in der Schlussphase zweimal traf, sicherte den Miesbachern schließlich den Sieg, auch wenn das letzte Tor ins leere Dorfen-Tor fiel, nachdem die Gastgeber ihren Torhüter zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers herausgenommen hatten. Ein emotionales Comeback, das die 171 Zuschauer in der Eishalle Dorfen jubeln ließ.

Trainer Dusan Frosch war nach dem Spiel sichtlich erleichtert. Er hatte die ersten beiden Drittel als „sehr schwach“ bezeichnet, doch das starke Schlussdrittel ließ alle Kritiken in den Hintergrund rücken. Trotz der Abwesenheit wichtiger Spieler wie Andreas Nowak und Dennis Reimer, die beide mit Schulterverletzungen zu kämpfen haben, sowie Aziz Ehliz, der mit dem Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ausfiel, bewies die Mannschaft, dass sie auch in schwierigen Zeiten zusammenhalten kann.

Bayernliga – Ein spannendes Wettkampfgeschehen

Die Bayernliga, die höchste Amateur-Eishockeyliga in Bayern, ist ein heiß umkämpfter Wettbewerb. Sie wird vom Bayerischen Eishockey-Verband (BEV) organisiert und umfasst 16 Teams, die um den Titel des Bayerischen Meisters kämpfen. Die Liga bietet nicht nur spannende Spiele, sondern auch die Möglichkeit für die besten Mannschaften, sich in der Verzahnungsrunde mit den untersten Teams der Oberliga Süd zu messen. Die Halbfinalisten dieser Runde qualifizieren sich sogar für die Oberliga Süd. Das hat Miesbach 2020 bereits geschafft, als sie den Titel errangen und sich somit einen Platz in der höheren Liga sicherten.

In den letzten Jahren waren die EHC Waldkraiburg und der TEV Miesbach die dominierenden Teams in der Liga. Während Waldkraiburg insgesamt vier Meisterschaften gewonnen hat, ist Miesbach ein ernstzunehmender Herausforderer, der 2020 den Titel holte. Die aktuellen Geschehnisse zeigen, dass die Liga voller Überraschungen steckt und jeder Spieltag seinen eigenen Nervenkitzel birgt.

Das Team aus Miesbach hat mit dem Sieg gegen Dorfen seinen Platz im oberen Tabellendrittel weiter gefestigt. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob sie diesen Schwung mitnehmen können. Die Eishockeyfans in Bayern dürfen sich auf spannende Wochen freuen!