Warnstreiks in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie: IG Metall fordert 5 Prozent mehr Lohn und Solidarität der Beschäftigten
In der bayerischen Metall- und Elektroindustrie rumort es gewaltig. Nach einer Tarifverhandlung, die, sagen wir mal, nicht gerade mit einem Schuss Adrenalin endete, ruft die IG Metall zu Warnstreiks auf. Die Arbeitgeber, vertreten durch den Arbeitgeberverband vbm, haben ein Angebot unterbreitet, das bei vielen Beschäftigten für Stirnrunzeln sorgt. Eine Erhöhung von gerade mal 1,3 Prozent? Das ist für die IG Metall nicht nur unzureichend, sondern auch ein echter Schlag ins Gesicht. Die Beschäftigten haben es schließlich nicht nur mit steigenden Lebenshaltungskosten, sondern auch mit dem Druck wirtschaftlicher Unsicherheiten zu tun.
Die ersten Warnstreiks beginnen bereits in der Nacht auf Sonntag. Die Nachtschicht bei RF360 Europe in München, einem Teil von Qualcomm, hat die Arbeit niedergelegt. Am Sonntagabend reiht sich dann auch die Nachtschicht von Aerotech in Peißenberg ein. Der Montag wird dann zum ganz großen Protesttag: In 34 Betrieben in Bayern sind Arbeitsniederlegungen geplant. Besonders im Fokus steht der erste Warnstreik der Region bei Audi in Ingolstadt, wo in der Nacht zum Dienstag auch die Nachtschichten von Audi, Scherm Logistik und DP World Logistics ihre Stimme erheben werden.
Forderungen und Hintergründe
Die IG Metall hat klare Forderungen aufgestellt: 5 Prozent mehr Geld und 110 Euro mehr Ausbildungsvergütung stehen ganz oben auf der Liste. Dazu kommt eine tarifliche Gewinnbeteiligung für wirtschaftlich erfolgreiche Betriebe sowie eine soziale Komponente zur Besserstellung der unteren Entgeltgruppen. Und das alles bei einer Laufzeit von nur zwölf Monaten! Klingt fair, oder? Die Arbeitgeber hingegen sehen die Dinge anders. Sie haben die wirtschaftliche Lage im Hinterkopf, die für viele Unternehmen in Bayern alles andere als rosig aussieht. Fast 40 Prozent der befragten Mitgliedsunternehmen bewerten ihre Situation als schlecht.
Die IG Metall kritisiert das Arbeitgeberangebot als respektlos und fordert ein Bekenntnis zum Industriestandort. Das ist nicht nur ein leeres Wort, sondern eine Notwendigkeit, um die Arbeitsplätze und Standorte in der Region abzusichern. Immerhin haben in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie seit Jahresbeginn knapp 10.000 Arbeitsplätze das Zeitliche gesegnet. Das lässt einen schon nachdenklich werden…
Ein Aufruf zur Solidarität
Am Montagabend ist eine gemeinsame Kundgebung in Ingolstadt geplant, bei der IG-Metall-Bezirksleiter Horst Ott und die Vorsitzende der IG Metall bei Audi, Karola Frank, sprechen werden. Die Beschäftigten sind aufgerufen, sich zu solidarisieren und für ihre Rechte einzustehen. So zeigt sich, dass die Gemüter erhitzt sind und die Stimmung in der Belegschaft deutlich angespannt ist. Nach der Friedenspflicht, die am Samstag endete, sind die Warnstreiks nun ein klares Zeichen der Entschlossenheit. Die IG Metall hat angekündigt, die Vorbereitungen für weitere Protestaktionen zu verstärken, sollte die Arbeitgeberseite nicht einlenken.
Die nächste Tarifrunde steht also vor der Tür und die Zeichen stehen auf Sturm. Die Frage ist, ob die Arbeitgeber bereit sind, auf die berechtigten Forderungen der Beschäftigten einzugehen oder ob es zu einer Eskalation kommt. Die kommenden Tage werden zeigen, wie fest die Fronten sind und wie viele Beschäftigte sich dem Aufruf anschließen werden. Das Geschehen in den bayerischen Betrieben bleibt spannend! Es bleibt zu hoffen, dass die Arbeitgeber die Nöte der Beschäftigten ernst nehmen und nicht nur auf ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen schauen.
