In der Region 10 wird es gerade richtig spannend! An einem lebhaften Nachmittag am IHK-Wirtschaftsforum sprach der Wirtschaftsprofessor Uwe Schneidewind über den Strukturwandel, der die Automobilindustrie und damit auch die Region Ingolstadt betrifft. Wie ein Weckruf klang es aus seinem Mund, als er die Herausforderungen beschrieb und gleichzeitig die Chancen, die sich daraus ergeben könnten. „Wuppertal ist Ingolstadt 20 Jahre voraus“, meinte er, und das ließ bei den Zuhörenden die Köpfe rasen. Ein Vergleich, der zum Nachdenken anregt – und das nicht nur über die aktuelle wirtschaftliche Lage, sondern auch über zukunftsweisende Lösungsansätze. Vor Jahren konnte Ingolstadt noch mit einem stabilen wirtschaftlichen Wachstum glänzen, doch jetzt sieht die Realität anders aus. Ein ausgeglichener Haushalt? Fehlanzeige! Stattdessen setzt die Stadt auf Sparmaßnahmen, um die Finanzlage zu stabilisieren.

Die Diskussionen um diesen Sparkurs waren alles andere als einheitlich. Viele Stimmen im Raum waren sich einig, dass die Region zusammenrücken muss. Und dazu forderte Schneidewind eine engere Kooperation zwischen Ingolstadt und den umliegenden Landkreisen. Zehn besonders dringliche Probleme sollten identifiziert und in einem Kooperationskonzept zusammengeführt werden. Ein Gedankenexperiment, das er anregte, ließ die Anwesenden nicht kalt: Wie würde Ingolstadt im Jahr 2040 aussehen, wenn nur noch die Hälfte der Beschäftigten und des Budgets zur Verfügung stünde? Das ließ einige Schweißperlen auf die Stirn tropfen.

Eine Region im Wandel

Die Herausforderungen sind vielfältig. Christian De Lapuente, der Dritte Bürgermeister von Ingolstadt, hat große Pläne, um die frei werdenden Fachkräfte in der Region zu nutzen. Neue Unternehmen aus verschiedenen Branchen sollen angesiedelt werden – ein Ansatz, der frischen Wind bringen könnte. Albert Gürtner, Landrat von Pfaffenhofen, hingegen drängt auf stärkere Unterstützung des Mittelstands. Er sieht die allgemeine Stimmung als schlechter an, als die tatsächliche wirtschaftliche Lage es erfordert. Das muss man sich mal vorstellen: Eine Region, die so viel Potenzial hat, aber in der Wahrnehmung der Menschen hinter dem Horizont verschwindet.

Laura Lauterbach, stellvertretende Landrätin von Neuburg-Schrobenhausen, setzt auf nachhaltige Energie und eine funktionierende Infrastruktur, insbesondere im öffentlichen Personennahverkehr. Ein Anliegen, das in Zeiten des Klimawandels wohl jeden von uns beschäftigen sollte. Alexander Anetsberger, Landrat von Eichstätt, brachte die Bürokratie ins Spiel – ein echtes Dauerproblem! Die Politiker hatten sichtlich Mühe mit Schneidewinds Gedankenspiel, doch sie waren sich einig: Eine gemeinsame Strategie für die gesamte Region ist unerlässlich. Das Publikum schlug sogar vor, Verwaltungsaufgaben zwischen den Gebietskörperschaften zu teilen und zu zentralisieren. Eine gute Idee, um die Verwaltung schneller und effizienter zu gestalten. Man kann nur hoffen, dass solche Vorschläge nicht in der Schublade verschwinden.

Analyse der Wirtschaftsstruktur

Ein weiterer wichtiger Schritt zur Analyse der wirtschaftlichen Situation in Ingolstadt wurde 2020 unternommen. Oberbürgermeister Dr. Christian Scharpf und die Landräte der umliegenden Landkreise beschlossen, die Wirtschaftsstruktur der Region umfassend zu analysieren. Die IFG Ingolstadt übernahm die Verantwortung und beauftragte eine umfassende Untersuchung. Ziel war es, die tätigen Branchen und Unternehmen zu erfassen, Schlüsselunternehmen sowie Kernkompetenzen zu identifizieren und die Stärken der Region herauszuarbeiten.

Wie viele Daten allein in diese Analyse geflossen sind! Arbeitsmarktdaten, Umfragen bei über 2.000 Unternehmen und Gespräche mit 84 regionalen Stakeholdern. Die Analyse zeigt, dass die Region vielschichtig ist und sich in einer ständigen Entwicklung befindet. Auf dieser Grundlage sollen konkrete Handlungsempfehlungen geschaffen werden. Es bleibt spannend, ob die Region die Impulse für Unternehmen umsetzen kann, um die wirtschaftliche Stabilität langfristig zu sichern.

Die Herausforderungen sind also mannigfaltig, aber die Region hat auch die Chance, sich neu zu erfinden. Vielleicht kann Ingolstadt ja das schaffen, was Wuppertal vor zwei Jahrzehnten gelungen ist – und das nicht nur mit einem Lächeln im Gesicht, sondern auch mit einem klaren Plan für die Zukunft. Die Zeit zum Handeln ist jetzt!