Ingolstadt steht vor einer bedeutenden Entscheidung in der digitalen Welt. Die Stadtverwaltung hat den Beschluss gefasst, sich auch in den kommenden Jahren auf Microsoft-Software zu stützen und hat dafür ein ordentliches Budget eingeplant. Bis Ende 2029 sollen stolze 5,148 Millionen Euro für Lizenzen aufgebracht werden – das sind rund 1,716 Millionen Euro pro Jahr. Ein einstimmiger Beschluss des Ausschusses für Finanzen und Personal am 26. Oktober 2026 hat diesen Schritt ermöglicht, auch wenn die Abhängigkeit von Microsoft derzeit auf dem Prüfstand steht.

Der bestehende Softwarevertrag läuft am 31. Dezember 2026 aus, doch die Stadt hat sich für die Anschlussbeschaffung entschieden, die durch einen Rahmenvertrag des Bundes geregelt wird. Das klingt ja alles sehr rational und durchdacht, aber die Frage bleibt: Ist das wirklich der beste Weg? Immerhin könnten durch die Vereinheitlichung der Lizenzpakete jährliche Einsparungen von rund 20.000 Euro netto erzielt werden. Das ist doch ein kleiner Lichtblick in Zeiten, in denen jeder Cent zählt!

Herausforderungen bei der Umstellung

Die Stadtverwaltung ist sich bewusst, dass ein sofortiger Wechsel zu alternativen Lösungen, wie etwa Open-Source-Software, nicht ganz so einfach ist. Rund 3.000 Anwender, 400 Server und zahlreiche Fachverfahren sind stark in das Microsoft-System integriert. Eine Umstellung würde nicht nur die gesamte Verwaltungsorganisation betreffen, sondern auch erhebliche Vorlaufzeiten erfordern, um den Betrieb der Fachanwendungen nicht zu gefährden. Irgendwie hat man das Gefühl, dass eine solche Veränderung nicht über Nacht geschehen kann.

Bayern testet derzeit in einem Pilotprojekt mit 40 bis 50 Arbeitsplätzen Open-Source-Lösungen als mögliche Alternativen. Der Abschluss dieses Projekts wird für 2027 erwartet – ein weiterer Schritt in die richtige Richtung? Ingolstadt zeigt Interesse, an diesem Pilotprojekt teilzunehmen, um wertvolle Erfahrungen für künftige Entscheidungen zu sammeln. Es bleibt spannend zu sehen, wohin die Reise geht.

Ein Blick über die Grenzen

Wenn man sich die Situation in Mitteldeutschland ansieht, wird das Bild noch klarer. Fast alle Behörden nutzen dort Microsoft-Software, was nicht nur Lizenzkosten verursacht, sondern auch Sicherheitsrisiken birgt. Besonders brisant: US-Behörden könnten theoretisch auf deutsche Daten zugreifen. Thüringen plant, das Office-Paket aus seinen Landesbehörden zu entfernen und auf Open-Source-Software umzusteigen. Sogar die Justizverwaltung testet bereits entsprechende Programme! Glaubt man den Berichten, wird die Akzeptanz und Effizienz der neuen Lösungen in den kommenden Monaten genau unter die Lupe genommen. Das klingt nach einem echten Umbruch!

Aber nicht nur Thüringen ist aktiv. Auch Sachsen-Anhalt hinterfragt seine Abhängigkeit von Microsoft und befragt die Landesbehörden zu ihren Erfahrungen. Der Internationale Strafgerichtshof hat bereits den Schritt gewagt und nutzt nun „OpenDesk“, ein von einem deutschen IT-Unternehmen entwickeltes Programm als Alternative. Ein mutiger Schritt, der zeigt, dass es auch ohne Microsoft geht. Doch um so einen Wechsel zu realisieren, braucht es Zeit und Geld: Softwareinstallation, Schulungen für Zehntausende Mitarbeitende – das alles ist ein ganz schöner Brocken.

Die Frage bleibt, ob Ingolstadt es wagen wird, diesen Schritt zu gehen oder ob die Stadt weiterhin in der komfortablen, aber auch riskanten Umklammerung von Microsoft bleibt. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die Stadt sich auch digital emanzipieren kann. Man darf gespannt sein, wie sich das alles entwickeln wird!