Es ist ein dicker Brocken an Neuigkeiten, der uns aus Ingolstadt erreicht: Die Ingolstädter Winterbeats, das größte Indoor-Festival in Südbayern, wird im Februar 2027 nicht stattfinden. Das Techno-Festival, das seit 2010 in der Saturn-Arena gefeiert wird, hat sich mit dieser Entscheidung einen tiefen Schnitt verpasst. Veranstalter Daniel Melegi hat gleich zwei gewichtige Gründe angeführt, die zur Absage führten. Zum einen gibt es Terminprobleme – der einzige freie Slot Anfang 2027 fällt in die Faschingsferien, was bedeuten könnte, dass viele Studierende nicht in der Stadt sind. Zum anderen gibt es anhaltende Unstimmigkeiten mit dem ERC Ingolstadt, der für das Catering in der Halle zuständig ist.

Melegi äußerte, die Probleme mit dem ERC Ingolstadt bestehen schon seit mehreren Jahren. Immer wieder wechselten die Ansprechpartner, die Kommunikation lief alles andere als rund. Diese Schwierigkeiten nahmen ihren Anfang mit einem Wechsel in der Geschäftsführung. An der Qualität der Verpflegung selbst hat Melegi jedoch nichts auszusetzen, was in Anbetracht der Umstände eine gewisse Überraschung birgt. Der ERC Ingolstadt zeigte sich über die Vorwürfe perplex. Pressesprecher Stefan Ried kommt nicht umhin zu sagen, dass unklar sei, worauf sich Melegis Kritik genau beziehe.

Ein Festival mit einer langen Geschichte

Die Winterbeats haben in der Vergangenheit mehr als 6.000 Besucherinnen und Besucher pro Veranstaltung angezogen – ein echter Kracher! Doch diese Zahlen konnten in den letzten Jahren nicht mehr erreicht werden. Melegi zeigt sich pessimistisch, was eine kurzfristige Erholung betrifft. Steigende Spritpreise könnten viele Menschen davon abhalten, aus anderen Teilen Deutschlands nach Ingolstadt zu reisen, und auch der ab 1. Januar erneut steigende Mindestlohn wird die Kosten pro Veranstaltung in die Höhe treiben – bei rund 500 Mitarbeitenden pro Event keine Kleinigkeit.

Die Rückkehr des Festivals im Jahr 2028 ist für Melegi „wenig wahrscheinlich“. Stattdessen hofft er auf eine Neuauflage im Jahr 2029, um das 20-jährige Jubiläum der Winterbeats gebührend zu feiern. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, gibt es immerhin zwei Winterbeats-Clubnächte in der Halle neun, die direkt am Hauptbahnhof von Ingolstadt stattfinden. Die Termine: 27. November und 19. Februar. Bei diesen Abenden werden zwar nur rund 600 Gäste erwartet, was im Vergleich zu den großen Veranstaltungen in der Saturn-Arena ein deutlicher Rückgang ist, aber hey – besser als nichts, oder?

Die Zukunft der Veranstaltungsbranche

Die Herausforderungen, mit denen die Winterbeats konfrontiert sind, stehen im Einklang mit den Trends im deutschen Veranstaltungsmarkt. Jährlich wird der gesamte Markt durch das Meeting- & EventBarometer analysiert, das vom Europäischen Verband der Veranstaltungs-Centren e. V. (EVVC) sowie dem GCB German Convention Bureau e. V. und der Deutschen Zentrale für Tourismus e. V. ins Leben gerufen wurde. Die letzten Ausgaben haben gezeigt, dass die Veranstaltungsbranche sich in einem ständigen Wandel befindet, besonders nach den massiven Einschnitten durch die Corona-Pandemie.

Das Meeting- & EventBarometer beleuchtet nicht nur den Stellenwert von virtuellen und hybriden Veranstaltungen, sondern auch die Zukunftsperspektiven für den Eventbereich. Die Ergebnisse zeigen, dass die Branche sich auf dem Weg zur „neuen Normalität“ befindet und dass die Erholung von vielen Faktoren abhängt – darunter das Infektionsgeschehen und wirtschaftliche Überlegungen. Die Rückkehr der großen Events wird sicher nicht über Nacht geschehen, aber in Ingolstadt heißt es jetzt erst einmal abwarten und hoffen auf eine Rückkehr der Winterbeats im Jahr 2029.