Für viele ist die Natur ein Rückzugsort, ein Ort der Stille und der Erholung. In Eichenau ist das Engagement für den Naturschutz mehr als nur eine Herzensangelegenheit – es ist eine Mission, die nun einen neuen Kurs einschlägt. Eugenie Scherb, die nach 13 Jahren den Vorsitz der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe im Landkreis Fürstenfeldbruck abgibt, hat mit ihrem unermüdlichen Einsatz viel bewirkt. Sie bleibt dem Vorstand als Beisitzerin erhalten – eine wahre Stütze für das neue Team, das jetzt unter der Doppelspitze von Nicole Bottesch (38) und Jennifer Getzreiter (39) agiert.

Die Übergabe fand in einem herzlichen Rahmen statt, in dem Scherb mit großem Applaus verabschiedet wurde. Ihr Wissen und ihre Erfahrung wird sie weiterhin einbringen, während Bottesch und Getzreiter die Verantwortung übernehmen. Die Aufgaben der Kreisgruppe sind vielfältig: von der Begleitung kommunaler Planungen über Umweltbildung bis hin zur Landschaftspflege. Besonders wichtig ist der Artenschutz, der in Zeiten zunehmender Trockenheit und dem Schutz der Wasservorräte eine zentrale Rolle spielt. Denn wie Scherb treffend bemerkte, sind zahlreiche Bäche im Landkreis in diesem Jahr bereits ausgetrocknet.

Naturschutz und Herausforderungen

Die jüngsten Entwicklungen zeigen, wie wichtig die Arbeit des Bund Naturschutz ist. So wurde kürzlich in einem Schilfbestand in Eichenau die Zwergmaus nachgewiesen – ein Zeichen, dass auch kleine Lebensräume von Bedeutung sind. Die Herausforderungen, die die Natur in dieser Region zu bewältigen hat, werden immer größer. Die Trockenheit ist nicht nur ein Wetterphänomen; sie betrifft die gesamte Ökologie und die Lebensräume der Tiere. Biber, diese kleinen Baumeister der Natur, können durch ihre Bautätigkeit neue Lebensräume schaffen. Doch die Freude über diese natürlichen Architekten wird häufig von Konflikten mit den Nutzungsinteressen der Menschen überschattet.

Um dem entgegenzuwirken, setzt sich die Kreisgruppe dafür ein, Wasser in der Landschaft zu halten und Feuchtlebensräume zu bewahren. Das ist nicht nur ein schönes Ziel, sondern auch notwendig, um die Biodiversität zu schützen. Und hier kommt die Umweltbildung ins Spiel: Die Kreisgruppe bietet Informationsangebote an Messen, organisiert Exkursionen und ist in Schulen und Kindergärten aktiv. Besonders die Zusammenarbeit mit der BUNDjugend bringt frischen Wind und neue Ideen in die Naturschutzarbeit.

Eine neue Ära

Die neuen stellvertretenden Vorsitzenden Florian Reichlmayr (32) und Susanne Kuffer (63) bringen nicht nur frische Perspektiven, sondern auch viel Erfahrung in die Arbeit ein. Almut Kaps aus Eichenau übernimmt die Kassenführung und sorgt dafür, dass die finanziellen Mittel sinnvoll eingesetzt werden. Annette Kotzur bleibt für die Protokollführung zuständig – eine wichtige Aufgabe, um den Überblick über die vielen Aktivitäten zu behalten. Mit Beisitzern wie Hans-Peter Weiß, Andreas Birzele, Helmut Itzin und Eugenie Scherb hat das neue Team ein starkes Fundament, auf dem sie aufbauen können.

Die Geschichte des Bund Naturschutz in Bayern reicht bis ins Jahr 1913 zurück. Gegründet auf Initiative mehrerer Natur- und Wissenschaftsvereine, hat sich der Verein durch die Jahrzehnte als bedeutender Akteur im Natur- und Umweltschutz etabliert. Mit über 260.000 Mitgliedern und Förderern ist der BN der größte Umweltschutzverband Bayerns. Er setzt sich für die Wiederherstellung der natürlichen Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen sowie der Biodiversität ein – und das parteipolitisch sowie konfessionell unabhängig. Diese Unabhängigkeit ist wichtig, denn der Naturschutz muss über politischen Strömungen stehen.

In einer Zeit, in der Umweltschutz und Naturschutz mehr denn je auf der Agenda stehen, ist das Engagement der neuen Doppelspitze in Fürstenfeldbruck von großer Bedeutung. Es bleibt spannend, wie sie die Herausforderung annehmen und die Natur in ihrer Region weiterhin schützen werden. In einem Satz: Eichenau kann sich freuen – die Zukunft des Naturschutzes ist in guten Händen!