Ehrenamtliche retten Schneidmühl-Brücke in Kothen für 900-Jahr-Feier
In Kothen, einem kleinen, aber geschichtsträchtigen Ortsteil von Motten, wurde kürzlich eine bedeutende Maßnahme ergriffen, um eine der lokalen Sehenswürdigkeiten zu retten. Die einsturzgefährdete Schneidmühl-Brücke, ein Relikt aus einer Zeit, als das „Kreuz-Pödi“ noch als Hauptverkehrsader diente, wurde durch das unermüdliche Engagement von Ehrenamtlichen saniert. Die Arbeiten, die in den letzten Tagen des Monats stattfanden, scheinen im Zusammenhang mit der geplanten 900-Jahr-Feier des Ortsteils im kommenden Jahr zu stehen. Ein schöner Anlass, um die Gemeinschaft zusammenzubringen und die eigene Heimat zu feiern!
Die Brücke war nicht nur ein praktischer Übergang, sondern auch ein Stück Geschichte, das es zu bewahren galt. Vor der Brückensanierung hatten bereits fleißige Helfer die Kirchhoftreppe renoviert und Hinweistafeln für den „Historischen Dorfspaziergang Kothen“ aufgestellt. Die Initiatoren der Brückensanierung, Manuel Weller und Jürgen Scherner, hatten sich zusammen mit Berthold Bug, der die Arbeiten leitete, einiges vorgenommen. Nach drei anstrengenden Tagen, die geprägt waren von Schweiß und Teamgeist, erstrahlt die Brücke nun in neuem Glanz.
Handwerk mit Herz
Die Ehrenamtlichen, darunter Markus Klein, Özkan Ögretmen, Tobias Kraus, Sebastian Bug, Manuel und Franz Vogler sowie Alexander Bug, haben mit einem Kleinbagger Sandsteine abgetragen, gereinigt und sorgfältig wieder eingesetzt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen! Um ein künftiges Abkippen der Brücke zu verhindern, wurde sie an der Rückseite zusätzlich abgefangen. Zudem wurde das abgefaulte Geländer entfernt und durch ein neues, sicheres ersetzt. Das alles geschah nicht nur aus Liebe zur Heimat, sondern auch mit dem Ziel, die Brücke wieder in das historische Wegenetz, das als „Kreuz-Pödi“ bekannt ist, einzubinden.
Das „Kreuz-Pödi“ ist ein Überbleibsel eines komplexen Wegesystems aus dem 19. Jahrhundert und wurde bereits in den Kartierungen der Bayerischen Uraufnahmen zwischen 1808 und 1864 dokumentiert. Welch geschichtsträchtiger Ort! Als nächstes steht die Erneuerung des Abschnitts des „Pödis“ von der Schneidmühle bis zur Kleinen Sinn an, der ebenfalls vollständig auf Gemeindegrund liegt. Hier zeigt sich, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement für die Erhaltung solcher historischen Stätten ist. Die Gemeinde hat sich bereit erklärt, die Kosten für Material und Maschinen zu übernehmen, während die ehrenamtlichen Helfer die Arbeiten durchführen.
Ehrenamt in der Denkmalpflege
Ehrenamtliches Engagement hat in Bayern eine lange Tradition, besonders in der Denkmalpflege. Die Heimat zu schützen und für kommende Generationen zu bewahren, ist nicht nur ein schöner Gedanke, sondern ein wichtiges Ziel. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) unterstützt solche Initiativen und bietet Ansprechpartner für Interessierte. Es ist beeindruckend zu sehen, wie Bürgerinnen und Bürger aktiv dazu beitragen, das kulturelle Erbe zu erhalten.
Insgesamt gibt es in Bayern rund 3.500 Baudenkmäler, die akut vom Verfall bedroht sind. Die Task Force Denkmalpflege hat sich genau diesen bedrohten Denkmälern verschrieben. Sie erfasst, dokumentiert und entwickelt kreative Rettungsstrategien. Das zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen staatlichen und bürgerschaftlichen Kräften ist, um den Verlust von Denkmälern zu verringern.
Nach Abschluss der Arbeiten an der Schneidmühl-Brücke wird das gesamte „Kreuz-Pödi“ wieder begehbar sein und ein Stück Geschichte lebendig halten. Die Freude der Beteiligten, die sich für den Erhalt dieses kulturellen Erbes einsetzen, ist spürbar und macht deutlich, dass Ehrenamt viel mehr ist als nur ein freiwilliger Dienst – es ist eine Herzensangelegenheit.
