Luftqualität in Gefahr: Bürgerverein Freising fordert Maßnahmen gegen ultrafeine Partikel
Heute ist der 27.06.2026 und die Luft über Freising ist nicht nur frisch, sondern auch voller Fragen. Der Bürgerverein Freising kämpft schon seit einer Dekade für die Gesundheit der Menschen, die in der Nähe des Münchener Flughafens leben und arbeiten. Die Sorge um ultrafeine Partikel, die unbemerkt durch die Luft schwirren, ist groß. Der Verein fordert nun offiziell, dass auf dem Flughafengelände Messungen dieser winzigen, aber gesundheitsschädlichen Partikel durchgeführt werden. Schließlich geht es um die Luft, die unsere Kinder atmen, die Luft, die uns alle umgibt.
Die Vorsitzenden Wolfgang Herrmann und Stefan Neumann sowie Schriftführer Oswald Rottmann haben in einem Interview klar gemacht, wie wichtig diese Messungen sind. Sie fühlen sich von der Politik im Stich gelassen und kritisieren die Wachstumsprognosen des Flughafens, die anscheinend als Basis für Infrastrukturprojekte dienen, ohne die gesundheitlichen Auswirkungen ernsthaft zu betrachten. Lärm und ultrafeine Partikel aus Triebwerken – das sind die größten Sorgen, die uns alle betreffen. Und während der Flughafen München darauf hinweist, dass es keine Grenzwerte für Ultrafeinstaub gibt, fragt sich der Bürgerverein, wie lange das noch so bleiben kann.
Gesundheitsschutz im Fokus
Die Diskussion um den Gesundheitsschutz wird durch die Tatsache verstärkt, dass der Flughafen in den letzten Jahren stark gewachsen ist. Der Bürgerverein hat eigene Messungen vorgenommen und Werte von bis zu 140.000 Partikeln pro Kubikzentimeter festgestellt. Zum Vergleich: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht 10.000 Partikel pro Kubikzentimeter als hohen Tagesmittelwert an. In Freising wird dieser Wert an 33 Prozent der Tage überschritten, in Hallbergmoos sind es sogar 30 Prozent. Das sind alarmierende Zahlen, die nicht ignoriert werden dürfen!
Besonders besorgniserregend ist die Situation am Kindergarten auf dem Flughafengelände. Kinder, die den Abgasen ausgesetzt sind, sind besonders anfällig für gesundheitliche Probleme. Die Idee, dass der Gesundheitsschutz allein dem Flughafen überlassen werden kann, ist für Herrmann und seine Mitstreiter nicht akzeptabel. Die bayerische Staatsregierung, die 51 Prozent des Flughafens besitzt, wird ebenfalls in die Pflicht genommen. Die Verantwortung ist klar verteilt – oder sollte es zumindest sein.
Die Forderungen des Bürgervereins
Der Bürgerverein fordert Transparenz, unabhängige Messungen und die Entwicklung von Maßnahmen, die auf den Daten basieren. Vorschläge zur Reduzierung der Belastung gibt es bereits: Taxibots und der Einsatz von schwefelarmem Kerosin könnten helfen, die Luftqualität zu verbessern. Allerdings ist schwefelarmes Kerosin teurer, was die Umsetzung erschwert. Die Grünen im Landtag, vertreten durch Johannes Becher, kritisieren die Untätigkeit als „Verantwortungsverweigerung“ und fordern eine Ausweitung der Messungen. Auch die Einrichtung neuer Messstellen, wie in Eitting, wird gefordert. Es gibt schon zwei offizielle Messstellen in Freising und Hallbergmoos, die jedoch nicht optimal sind.
Ein weiterer Punkt in der Diskussion ist der Flughafen Schiphol in Amsterdam, der als Beispiel für einen proaktiveren Umgang mit der Problematik genannt wird. Dort scheint es möglich zu sein, Maßnahmen zum Schutz der Anwohner zu ergreifen, auch ohne gesetzliche Grenzwerte. Warum nicht auch hier? Die Sorgen der Anwohner sind berechtigt, und es ist höchste Zeit, dass sowohl der Flughafen als auch die Politik handeln.
Die Herausforderungen sind groß, die gesundheitlichen Risiken durch ultrafeine Partikel sind nicht zu unterschätzen. Es bleibt zu hoffen, dass die Stimmen des Bürgervereins Gehör finden und endlich Maßnahmen ergriffen werden, die uns alle schützen – für eine gesunde Zukunft in Freising.
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