Heute ist der 27.04.2026, und in Berlin wird das DASt-Forschungskolloquium 2026 gefeiert. Dieses Event ist ein Schaufenster für die künftigen Stars des Stahl-, Metall- und Verbundbaus. Der Fokus liegt klar auf der Rolle des Nachwuchses, der unermüdlich an der Weiterentwicklung unserer Baukultur arbeitet. Im Rahmen des Kolloquiums wird auch der begehrte Förderpreis des Deutschen Stahlbaus verliehen, der herausragende Arbeiten von Studierenden und Absolventen würdigt.
Die prämierten Projekte spiegeln die thematische Bandbreite aktueller Forschung wider und bieten eine Plattform für Promovierende sowie junge Ingenieure, ihre innovativen Ideen vorzustellen und weiterzuentwickeln. Bei dieser Gelegenheit werden die besten Beiträge präsentiert, die nicht nur kreative Ansätze zeigen, sondern auch den Weg für die Zukunft des Bauens ebnen.
Die Preisträger im Fokus
Der 1. Platz geht an Lojaen Shahoud von der Hochschule München für sein beeindruckendes Projekt „Isarsteg mit Flussbad in Freising”. Mit einer stützenfreien Stahlkonstruktion und einer Spannweite von etwa 60 Metern kombiniert er Brückenbau, Architektur und Landschaftsgestaltung auf meisterhafte Weise. Besonders hervorzuheben ist die funktionale Trennung von Fuß- und Radverkehr, die auf unterschiedlichen Ebenen realisiert wurde. Das Projekt ist Teil eines Ensembles, das Flussbad, Steganlagen und ergänzende Baukörper umfasst und nutzt wetterfesten Stahl, um den Wartungsaufwand zu minimieren.
Der 2. Platz geht an eine engagierte studentische Arbeitsgruppe der RWTH Aachen. Ihr Projekt, eine modulare Aula für die Universität Bonn, überzeugt durch ein Stahltragwerk, das mit vorgefertigten Holzbauelementen kombiniert wird. Diese Aula ist ein Paradebeispiel für zirkuläres, rückbaubares Bauen und zeigt die Berücksichtigung des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. Flexibilität, einfache Montage sowie Demontage und Wiederverwendung stehen hier im Vordergrund.
Ein Blick über den Tellerrand
Doch die Innovationen im Stahlbau beschränken sich nicht nur auf die akademische Welt. Am 28. März 2023 fand in Bergisch Gladbach ein Fachgespräch zum Stahlbrückenbau statt, bei dem Experten über die Herausforderungen und Entwicklungen in diesem Bereich diskutierten. In Deutschland gibt es etwa 200 Stahlbrücken und 900 Verbundbrücken im Bundesfernstraßennetz, was ein volkswirtschaftliches Investitionsvolumen von rund 10 Milliarden Euro bedeutet.
Bei diesem Fachgespräch wurden vier zentrale Themenblöcke behandelt: Brückenausstattung, Digitalisierung, Stahlbau und Korrosionsschutz. Vorträge von renommierten Fachleuten, wie Dr. Iris Hindersmann und Prof. Dr. Thomas Ummenhofer, boten wertvolle Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte und innovative Ansätze, die alle darauf abzielen, den Anforderungen an moderne Bauwerke gerecht zu werden.
Die enge Verbindung von Forschung, Lehre und Praxis im Stahlbau wird durch diese Veranstaltungen und Auszeichnungen deutlich. Sie thematisieren nicht nur Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit, sondern thematisieren auch die fortschreitende Digitalisierung in der Branche. Die Projekte, die hier präsentiert werden, geben wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung der Bauindustrie in Deutschland.
Für weitere Informationen und interessante Einblicke in die Themen des Stahlbaus empfehle ich einen Besuch der BASt-Website, wo die Vorträge des Fachgesprächs zum Download bereitstehen.