Heute ist der 25.04.2026 und die Nachbarschaftshilfe Oberding-Eitting steht vor einem Wendepunkt. In der Jahreshauptversammlung, die im Bürgerhaus Notzing stattfand, wurde beschlossen, das Angebot der Nachbarschaftshilfe grundlegend zu ändern. Der Fokus wird künftig auf die Kinderbetreuung gelegt, während die sozialen Hilfsleistungen für Senioren und andere bedürftige Gruppen gestrichen werden müssen. Diese Entscheidung ist nicht leicht gefallen, doch der Mangel an freiwilligen Helfern hat die Verantwortlichen dazu gezwungen, die Belastungsgrenze zu erkennen und zu handeln.
Vorstandsvorsitzende Angelika Hiesgen konnte leider keine Nachfolgerin finden, weshalb der Vorstand kommissarisch bis zu den Neuwahlen im Herbst im Amt bleibt. Trotz dieser Herausforderungen bleiben die Kinderbetreuungsangebote bestehen, darunter die beliebten Mutter-Kind-Gruppen „Mooszwergerl“ in Eitting und die Spielgruppe in Oberding. Die Wiederbelebung des „Spatzennests“ in Schwaig nach den Sommerferien ist ebenfalls geplant, nachdem vorherige Stellen nicht besetzt werden konnten.
Neues Gebührenmodell und Unterstützung für Familien
Um die finanziellen Mittel der Nachbarschaftshilfe zu sichern, wurde ein neues Gebührenmodell eingeführt. Die Gebühren steigen von 2 auf 4 Euro pro Treffen in Oberding und Eitting, während im Spatzennest 10 Euro pro Termin (4 Euro pro Stunde) verlangt werden. Bürgermeister Reinhard Huber hat die Gebührenerhöhung unterstützt, wobei ein Preisnachlass für bedürftige Familien in Aussicht steht. Mit den Mehreinnahmen soll die Aufwandsentschädigung für Betreuungskräfte von 8 auf 14 Euro pro Stunde erhöht werden, was angesichts der gestiegenen Anforderungen dringend notwendig ist.
Die finanzielle Situation des Vereins sieht zurzeit recht stabil aus, mit einem Betrag von über 23.700 Euro. Zudem gibt es bereits eine Interessentin für die Gruppenleitung im Spatzennest: Alexandra Käspaizer, eine erfahrene Kinderkrankenschwester und dreifache Mutter, bringt wertvolle Erfahrungen mit, die für die Kinderbetreuung von großem Nutzen sein werden. Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit wird von Ciara Aicher-Sandham angeboten, was der Nachbarschaftshilfe helfen könnte, ihre Sichtbarkeit in der Gemeinde zu erhöhen.
Ehrenamtliche Hilfe und Entlastungsangebote
Die Entscheidung, soziale Hilfsleistungen einzustellen, fällt in eine Zeit, in der ehrenamtliche Unterstützung für viele Familien unerlässlich ist. Das Sozialministerium von Baden-Württemberg hat die Wichtigkeit der schriftlichen Bevollmächtigung des Pflegebedürftigen betont, wenn es um die Gewährung von Entlastungsbeträgen geht. Diese können bis zu 131 Euro monatlich für Unterstützungsleistungen durch ehrenamtliche Einzelhelfer betragen. Die Abrechnung erfolgt über einen speziellen Vordruck, der bei der Pflegekasse oder privaten Krankenversicherung eingereicht werden muss.
Die Möglichkeit, einen Teil des nicht genutzten Pflegesachleistungsbudgets für die Finanzierung ehrenamtlicher Helfer zu verwenden, könnte für viele Familien ein zusätzliches Hilfsangebot darstellen. Die Genehmigung hierfür muss jedoch im Voraus mit der jeweiligen Pflegekasse oder privaten Krankenversicherung geklärt werden, was zusätzliche Hürden mit sich bringen kann.
Insgesamt zeigt die Umstellung der Nachbarschaftshilfe Oberding-Eitting, wie wichtig es ist, sich den Herausforderungen des Ehrenamts zu stellen und gleichzeitig die Bedürfnisse der Gemeinde im Blick zu behalten. Der Fokus auf die Kinderbetreuung könnte langfristig neue Wege eröffnen und dabei helfen, die Gemeinschaft in Oberding und Eitting lebendig zu halten.