Heute ist der 24.04.2026 und die Jagdsaison in Bayern präsentiert sich in einem neuen Licht. Mit Inkrafttreten des neuen Bayerischen Jagdgesetzes am 1. April 2026 wird die Jagd auf Rehwild von einem umfassenden Regelwerk in eine Phase der Abschussplanfreiheit überführt. Ziel des Gesetzes ist eine Stärkung der Eigenverantwortung von Jägern und Grundbesitzern, was zugleich einen Bürokratieabbau mit sich bringt. Damit fallen die bisherigen verpflichtenden behördlichen Abschusspläne für Rehwild weg, was für viele Jäger eine spürbare Erleichterung bedeutet.

Diese Neuerungen wurden bei der Pflichthegeschau im Gasthaus Klement in Isen diskutiert, wo sich Jäger und Waldbesitzer zu einem fachlichen und geselligen Austausch zusammenfanden. Der Abend wurde von den Klängen der Jagdhornbläser untermalt, die dem Treffen einen festlichen Rahmen verliehen. Hier wurde deutlich, dass die Abschussplanfreiheit nicht nur weniger Kontrollen bedeutet, sondern auch mehr Verantwortung für die Jägerschaft und die Allgemeinheit mit sich bringt.

Eigenverantwortung und Herausforderungen

Thomas Schreder, Vorsitzender des Kreisjagdverbands, hob die Leistungen der Jäger hervor, die oft unentgeltlich für die Allgemeinheit tätig sind. „Jäger sind Dienstleister“ – so beschreibt er die Rolle, die sie im Sinne des Naturschutzes und der Wildtierpflege übernehmen. Auch Johannes Oberndorfer, stellvertretender Vorsitzender der Erdinger Jagdgenossenschaften, sieht in der neuen Regelung viele positive Aspekte. Besonders wichtig ist ihm der Waldumbau in klimafreundliche Mischwälder, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.

Die Diskussion über die Auswirkungen des neuen Jagdgesetzes hat bereits begonnen. Rainer Mehringer, Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung, fordert mehr Unterstützung für Waldbesitzer mit kleineren Flächen, um den Wald nachhaltig zu bewirtschaften. Zudem gibt es neue EU-Regelungen zur Waldrestaurierung, die in die Überlegungen einfließen sollten. Jakob Maier, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, betont die gemeinsame Verantwortung von Jägern und Landwirten in dieser Thematik.

Statistiken und neue Services

Ein Blick auf die Jagdstatistik zeigt, dass im Landkreis der Abschussplan für 2025/26 übererfüllt wurde: Statt der geplanten 4025 Tiere wurden tatsächlich 4186 Rehe erlegt. Die Fallwildquote beträgt 23%, wobei 20% der Rehe durch Verkehrsunfälle ums Leben kamen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde in den Landratsämtern und Rathäusern ein neuer Service eingeführt: Wildunfall-Kennzeichnungsbänder sollen dazu beitragen, die Meldepflicht für Wildunfälle zu unterstützen, die weiterhin bestehen bleibt.

Die Veränderungen im Jagdgesetz sind nicht nur eine Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, sondern sie ziehen auch weitreichende Diskussionen über die Zukunft der Jagd, den Naturschutz und die Verantwortung der Beteiligten nach sich. Die Jägerschaft steht vor der Herausforderung, die neuen Freiheiten verantwortungsvoll zu nutzen und die Belange der Allgemeinheit in den Fokus zu rücken. In Anbetracht der anstehenden Herausforderungen ist es essenziell, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen, um eine nachhaltige und verantwortungsvolle Jagd zu gewährleisten.