Heute ist der 25.04.2026 und in Erding gibt es einen Grund zur Freude: Die Kreisgruppe Erding im Bund Naturschutz (BN) bereitet sich auf ein ganz besonderes Jubiläum vor. Im Juni 2026 wird sie ihr 50-jähriges Bestehen feiern. Mit rund 3.700 Mitgliedern hat die Gruppe eine beachtliche Stärke erreicht, doch die Herausforderungen für die Natur bleiben unvermindert. Vorsitzende Gabriele Betzmeir hat es treffend formuliert: „Die Probleme für die Natur sind nicht weniger geworden.“

Im Jahr 2025 setzte die Gruppe zahlreiche Aktionen um, um Tiere und Landschaften zu schützen. Unter den vier Einsätzen sticht besonders die Sammlung von rund 350 Kröten bei Langengeisling hervor. Ein weiterer Erfolg war die Haus- und Straßensammlung, die stolze 10.000 Euro einbrachte. Diese finanziellen Mittel fließen in die wichtigen Projekte, die die Erhaltung der Natur unterstützen. Zudem stellte Energielotse Wolfgang Moises das Konzept des Energiespardorfs am Gymnasium Dorfen vor, während Violetta Just von dem Niedermoor-Projekt an der Gfällach berichtete, wo ein Messgerät für den Grundwasserpegel installiert wurde.

Die Verkehrswende als Schlüssel

Ein zentrales Thema bei den Aktivitäten der BN-Kreisgruppe ist die Verkehrswende, über die Dominik Fuchs sprach. Mit einem beeindruckenden Anstieg von 22 Prozent im Verkehrsbereich liegt dieser Aspekt über dem Soll. Fuchs erläuterte, dass es einen wesentlichen Unterschied zwischen Verkehr, der messbar ist, und Mobilität, die schwer zu fassen ist, gibt. Er plädierte für das Konzept der 15-Minuten-Stadt, in der wichtige Einrichtungen zu Fuß oder per Fahrrad erreichbar sind. So könnten die Bürger nicht nur ihre Mobilität verbessern, sondern auch aktiv zur Erhöhung der Biodiversität beitragen.

Das Konzept der „15-Minuten-Stadt“ findet auch in einer aktuellen Studie der Leibniz Universität Hannover und der Technischen Universität München Beachtung. Die Professorin für Urbane Produktive Ökosysteme, Monika Egerer, und ihre Kollegin Nadja Kabisch haben vier Ansatzpunkte entwickelt, um Natur in das Stadtplanungskonzept zu integrieren. Diese beinhalten unter anderem die Schaffung eines Netzwerks kleiner, verbundener Grünflächen, die für die Artenvielfalt essenziell sind, sowie die Förderung von Gemeinschaftsgärten und die Verwendung technologischer Werkzeuge zur Überwachung der Biodiversität.

Ein starkes Netzwerk für die Natur

Um den Herausforderungen der Urbanisierung und dem Verlust an Biodiversität zu begegnen, ist es wichtig, die Anwohner aktiv einzubinden und lokale Ökosysteme zu berücksichtigen. Der BN zeigt mit seinen regelmäßigen Stammtischen, die jeden zweiten Mittwoch stattfinden, wie wichtig der Austausch und die Gemeinschaft sind. Langjährige Mitglieder wie Monika Wenger und Max Schmid wurden für ihr Engagement geehrt, was das starke Fundament der Gruppe unterstreicht.

Mit einer positiven Bilanz von Einnahmen in Höhe von rund 68.000 Euro und Ausgaben von etwa 65.000 Euro ist der Gesamtbestand der Kasse auf rund 80.000 Euro angewachsen. Revisor Max Schmid bestätigte eine vorbildliche Kassenführung, die es der Kreisgruppe ermöglicht, weiterhin aktiv für den Naturschutz zu arbeiten.

Die Herausforderungen sind groß, doch die Kreisgruppe Erding im Bund Naturschutz ist bereit, ihnen entgegenzutreten. Das Engagement der Mitglieder und die Unterstützung der Bürger sind der Schlüssel, um die Natur auch für zukünftige Generationen zu bewahren. In einer Welt, in der Urbanisierung und Biodiversitätsverlust an der Tagesordnung sind, zeigen die regionalen Initiativen, wie wichtig die Verbindung von Mensch und Natur ist.