Heute ist der 7.05.2026, und in Erding gibt es Neuigkeiten, die die Stadtverwaltung und ihre Bürger beschäftigen. Ein Blick auf die Finanzen zeigt, dass die Stadt Erding mit fast 60 Millionen Euro Rücklagen nicht allzu schlecht dasteht. Die Gewerbesteuereinnahmen haben sich auf stolze 34,5 Millionen Euro erhöht, was ein Plus von 6 Millionen Euro bedeutet. Der Einkommensteueranteil liegt bei 35 Millionen Euro. Doch trotz dieser positiven Entwicklungen gibt es auch Herausforderungen: Einige Bauvorhaben konnten nicht rechtzeitig umgesetzt werden und müssen ins nächste Haushaltsjahr verschoben werden. Ein gewisses Maß an Frustration ist spürbar, denn die Planung ist oft ein Drahtseilakt.

Der Verwaltungshaushalt schloss mit Einnahmen und Ausgaben von 123,6 Millionen Euro. Interessant ist auch, dass sich der Vermögensetat von 42,5 Millionen Euro auf 28 Millionen Euro reduzierte. Ursprünglich war eine Rücklagenentnahme von 32,7 Millionen Euro geplant, die jedoch nicht notwendig war. So blieben der Stadt Erding knapp 5 Millionen Euro für Investitionen übrig – ein Lichtblick, könnte man sagen. Zudem wurden 15,3 Millionen Euro vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt transferiert, was 11 Millionen Euro mehr war, als ursprünglich vorgesehen. Zum Jahreswechsel hatte die Stadt rund 57,8 Millionen Euro an Rücklagen und Schulden in Höhe von 10,2 Millionen Euro. Bemerkenswert ist, dass in den letzten Jahren keine Kreditaufnahmen zur Haushaltsausgleichung notwendig waren.

Ein Abschied und ein Danke

Die Jahresrechnung wurde einstimmig vom Stadtrat zur Kenntnis genommen, und Oberbürgermeister Max Gotz drückte seinen Dank für die Zusammenarbeit in den letzten sechs Jahren aus. Ein kleiner Wermutstropfen ist der Rücktritt von 3. Bürgermeister Harry Seeholzer, der nicht mehr zur Wahl antritt. Nach 18 Jahren im Stadtrat, davon 6 Jahre als 3. Bürgermeister, geht er in den Ruhestand. Ein ganzes Stück Geschichte geht zu Ende – seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger wird eine große Verantwortung übernehmen müssen.

In diesem Kontext ist es wichtig, die allgemeine Finanzlage der Kommunen in Deutschland zu betrachten. 2023 gibt es flächendeckend Sorgen. Steuereinnahmen stagnieren, und viele wichtige Ausgaben wie Personal und soziale Kosten steigen ungebremst. Der „Kommunale Finanzreport 2025“ der Bertelsmann Stiftung gibt einen pessimistischen Ausblick auf die kommenden Jahre. Strukturelle Probleme bei Sozialausgaben sind ungelöst, und die Inflation hat das Ausgabenniveau dauerhaft erhöht. Dr. Henrik Scheller vom Deutschen Institut für Urbanistik macht auf die finanzielle Handlungsunfähigkeit vieler Kommunen aufmerksam.

Die Herausforderungen im Blick

Kommunen tragen über 50% der öffentlichen Investitionen und sind somit essenziell für den sozialen Zusammenhalt. Es wird eine grundlegende Reform der Kommunalfinanzen gefordert. Auch Erding ist hiervon betroffen, trotz der relativ stabilen Rücklagen. Der Investitionsrückstand wächst weiter, während notwendige Investitionen in die Klimaanpassung der Infrastruktur nicht allein von den Kommunen getragen werden können. Das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität deckt nur teilweise die Bedarfe. Um die Situation zu verbessern, sind kurzfristige Finanz- und langfristige Strukturreformen unabdingbar.

In Bayern, wo die Kommunen die höchsten Investitionen tätigen, bleibt die Frage, wie die strukturelle Unterfinanzierung behoben werden kann. Maßnahmen zur Anpassung der Steuerverteilung und eine Reform der kommunalen Gewerbesteuer stehen im Fokus. Während die Herausforderungen groß sind, bleibt die Hoffnung, dass Erding weiterhin auf einem soliden Kurs bleibt.