Heute ist der 4.06.2026 und die Nachricht schlägt ein wie ein Blitz aus heiterem Himmel: Das Erdinger Frühlingsfest, ein fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der Region, findet künftig nicht mehr statt. Die traurige Entscheidung hat Veranstalter Tobias Martl getroffen, und die Gründe dafür sind ernüchternd: zu hohe Kosten, die mit den bescheidenen Besucherzahlen einfach nicht mehr zu rechtfertigen sind. Wer hätte gedacht, dass nach all den Bemühungen, die Attraktionen und Preise in einem annehmbaren Rahmen zu halten, das Fest so enden würde?

Das Fest fand seit 2022 statt und war immer ein zentraler Termin, auf den sich viele Erding-Bewohner gefreut haben. Vom 14. bis 25. Mai sollten die Feierlichkeiten in diesem Jahr stattfinden, aber jetzt ist alles anders. Zu Beginn war der erste Festtag auch noch ein Erfolg, doch danach sanken die Besucherzahlen rapide, und der Brauchtumsnachmittag am Pfingstmontag war ein Schatten seiner selbst – ganz im Gegensatz zum Vorjahr. Die Gründe für die ausbleibenden Gäste bleiben unklar, aber die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.

Hohe Kosten treffen die Schausteller

Die Ausgaben für das Fest waren beträchtlich. Vor der Eröffnung investierten Veranstalter und Schausteller bis zu 80.000 Euro – kein Pappenstiel! Allein die Schausteller mussten zwischen 15.000 und 20.000 Euro für die Anlieferung und den Aufbau ihrer Fahrgeschäfte hinblättern. Und wenn sich dann nicht mal die Mühe auszahlt, wird’s bitter. Ein Betreiber musste in diesem Jahr sogar 500.000 Euro in die Hand nehmen, um neue DIN-Normen einzuhalten. Da fragt man sich: Wo bleibt da die Freude?

Vor allem die Bierpreise wurden kritisch beäugt: Eine Maß Bier kostete 11,80 Euro, eine Halbe 6,10 Euro. Martl sieht die Kritik an den Preisen jedoch nicht als gerechtfertigt an. Verglichen mit anderen Festen seien die Preise durchaus im Rahmen. Aber hier in Erding, wo die Tradition im Vordergrund steht, konnte das nicht verhindern, dass die Massen fernblieben. Vielleicht hat auch das Wetter nicht mitgespielt oder die ungewisse wirtschaftliche Lage der letzten Jahre hat ihre Spuren hinterlassen.

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Ein Fest mit Qualität

Martl bedauert das Aus des Festes sichtlich. Er hebt hervor, dass stets auf Qualität bei Essen, Preisen und Fahrgeschäften geachtet wurde. Es gab immerhin fünf große Fahrgeschäfte, zwei Kinderfahrgeschäfte und viele weitere Angebote, die für Spaß sorgen sollten. Doch letztlich war der Erfolg nicht mehr zu sehen. Trotz der hohen Investitionen und der Zusammenarbeit mit der Stadt Erding, die immer unterstützend zur Seite stand, war die finanzielle Bilanz nicht mehr tragbar.

Die Erinnerung an die köstlichen Schokofrüchte von Martl wird bleiben. Diese werden beim Altstadtfest in Erding und auch auf anderen Festen in Olching, Friedrichshafen und Ulm angeboten – ein kleiner Trost in dieser traurigen Situation. Aber das Frühlingsfest, das war mehr als nur ein Event. Es war ein Teil der Gemeinschaft, ein Ort des Zusammenkommens, des Feierns und des Genießens. Und jetzt? Nun, jetzt bleibt nur die Frage, wie es weitergeht.