Heute ist der 29. Mai 2026, und in Erding gibt es eine traurige Nachricht: Das Erdinger Frühlingsfest wird nicht mehr stattfinden. Ein Fest, das seit 2022 in die Herzen der Menschen einziehen wollte, hat sich nun verabschiedet. Tobias Martl, der Veranstalter, hat die Konsequenzen aus zu hohen Kosten und enttäuschenden Besucherzahlen gezogen. Einmal mehr zeigt sich, dass die Realität oft anders aussieht als die schönen Pläne, die wir schmieden.

Das Fest, das vom 14. bis 25. Mai dieses Jahres geplant war, hätte ein zentraler Termin im Veranstaltungskalender sein sollen. Doch die Freude über den ersten Festtag wich schnell der Ernüchterung, als die Besucherzahlen nach dem ersten Wochenende drastisch sanken. Besonders der Brauchtumstag am Pfingstmontag blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Ein bisschen wie ein Feuerwerk, das viel Lärm macht, aber nur kurze Zeit hell erleuchtet, bevor es erlischt.

Hohe Kosten und unklare Gründe

Die Kosten für das Frühlingsfest waren nicht ohne. Bis zu 80.000 Euro mussten die Veranstalter vor der Eröffnung investieren, um alles vorzubereiten. Schausteller zahlten etwa 20.000 Euro für die Anlieferung und den Aufbau ihrer Fahrgeschäfte. Das ist ein gewaltiger Betrag, und die Frage, ob sich das gelohnt hat, stellt sich nun umso dringlicher. Ein Betreiber musste sogar 500.000 Euro aufbringen, um neue DIN-Normen einzuhalten. Das macht einem schon fast schwindelig, wenn man darüber nachdenkt.

Doch die Enttäuschung über die niedrigen Besucherzahlen ist nicht das einzige Problem. Der Bierpreis – eine Maß kostete 11,80 Euro, eine Halbe 6,10 Euro – wurde kritisiert, auch wenn Martl dieser Kritik entgegenwirkte und darauf hinwies, dass die Preise bei anderen Festen noch höher sind. Ein bisschen wie in einem Zelt voller Durstiger, die sich nach einem kühlen Getränk sehnen, aber dann beim Blick auf die Preise die Lust verlieren. Die Qualität der Angebote war zwar hoch, doch die Gäste blieben aus. Warum? Das bleibt ein Rätsel.

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Das Ende eines Kapitels

Tobias Martl bedauert diesen Schritt zutiefst. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Erding und deren Verwaltung lobt er, doch letztlich bleiben die wirtschaftlichen Fakten auf dem Tisch. „Erschreckend und doch nicht überraschend“, könnte man sagen – besonders in Zeiten, in denen die Kosten für Infrastruktur, Strom und Sicherheit immer weiter steigen. Die Investitionen für die Infrastruktur belaufen sich auf 60.000 bis 80.000 Euro, und die hohen Kosten für Versicherungen und TÜV-Überarbeitungen machen es nicht einfacher.

Martl hatte während der Corona-Krise ein hohes Risiko übernommen, doch das hat sich nun als wirtschaftliche Unmöglichkeit herausgestellt. Auch wenn die Schokofrüchte, die er verkauft, bei anderen Festen in Olching, Friedrichshafen und Ulm erhältlich sind, bleibt die Frage: Was könnte das Erdinger Frühlingsfest retten? Das Aus des Festes ist ein herber Schlag für die Region und die Menschen, die sich auf diese Tradition gefreut hatten. Ein Kapitel wird geschlossen, und die Erinnerungen an die bunten Lichter und den Duft von gebrannten Mandeln werden bleiben, auch wenn die Fahrgeschäfte künftig still stehen.