Verkehrschaos in Deggendorf: Auffahrt auf die A92 bleibt ein unerfüllter Traum
In Deggendorf ist es ruhig geworden, zumindest was die Pläne zur Auffahrt auf die A92 in Fischerdorf angeht. Der Stadtrat hat sich am Montag mehrheitlich gegen einen Antrag entschieden. Stadtplaner Klaus Busch erklärte, dass die Machbarkeit einer solchen Auffahrt einfach nicht gegeben sei. Die Diskussion darüber war von einem Bündnis namens Klimaentscheid angestoßen worden, und obwohl die Idee verlockend schien, blieben die praktischen Probleme nicht aus.
Im Dezember 2022 noch hatten die Stadträte beschlossen, die Machbarkeit zu prüfen. Doch als die Untersuchung abgeschlossen war, stellte sich heraus: Es gibt keine geeignete Trasse. Die Vorschriften für Rampen sind knifflig – sie müssen direkt in die Staatsstraße münden, und das würde nicht nur bestehende Einrichtungen wie den Recyclinghof beeinträchtigen, sondern auch die Erschließung der Studentenwohnanlage. Das klingt nach einem riesigen Puzzle, dessen Teile einfach nicht zusammenpassen wollen.
Die Lage in Fischerdorf
Georg Kestel, der einige Trassen für Rampen vorgeschlagen hatte, war optimistisch, doch die Realität sieht anders aus. Die Anforderungen sind hoch: Eine Abfahrtsrampe würde zudem die vorhandene Infrastruktur stark belasten. Zum Beispiel müssen die Rampen in einer Abstandszone von 40 Metern ab Straßenrand gebaut werden. Das ist nicht nur eine Frage des Platzes, sondern auch der Verkehrswirksamkeit. Laut Verkehrsgutachten wird bis 2040 mit 42.400 Fahrzeugen pro Tag zwischen dem Autobahnkreuz und Deggendorf-Mitte gerechnet. Es gibt einfach zu viele Faktoren, die gegen eine solche Auffahrt sprechen.
Währenddessen wird die Idee einer neuen Donaubrücke, die die Stauungen in Fischerdorf entlasten soll, weiter verfolgt. Bürgermeister Dr. Moser und die Mehrheit des Stadtrats schätzen die Projektkosten auf etwa 75 Millionen Euro. Doch auch dieses Vorhaben ist umstritten. Die hohen Kosten, die Eingriffe in das Gelände der Landesgartenschau und die damit verbundenen negativen Klimaeffekte werfen Fragen auf. Die Deggendorfer Aktionsgruppe Klimaentscheid hat bereits Alternativen vorgeschlagen und fordert eine verstärkte Nutzung von Rad- und öffentlichen Verkehrsmitteln, um die Verkehrssituation zu verbessern.
Die Sicht der Aktionsgruppe
Interessanterweise schlägt die Aktionsgruppe auch Rampen als Auf- und Abfahrten zur A92 vor. Eine erste Untersuchung hat jedoch gezeigt, dass die benötigten 250 Meter für die Ein- und Ausfädelspur nicht zu erreichen sind, wenn die Rampe gerade verläuft. Kestel sieht jedoch Möglichkeiten, die erforderliche Länge durch eine Verlegung des Startpunkts zu erreichen. Zwei Varianten wurden vorgeschlagen: Eine Auffahrt von Osten, die die Hauptstraße überquert, und eine von Westen, die unter der Autobahnbrücke verläuft. Das klingt ja fast nach einer Ingenieurskunst!
Die Aktionsgruppe betont, dass diese Rampenlösung schneller und kostengünstiger realisiert werden könnte als die umstrittene Donaubrücke. Und das, obwohl die Planungs- und Baukosten für die Brücke fast 7 Millionen Euro betragen. Das klingt schon fast nach einer verpassten Gelegenheit, oder? Während die Diskussionen weitergehen, wird die Machbarkeit der Rampenlösung von Verkehrsplanern und der Autobahn GmbH überprüft. Bis dahin bleibt ein Planungsauftrag für die Donaubrücke auf Eis.
In einer Stadt, in der Ideen und Visionen auf die harte Realität des Verkehrs treffen, bleibt also die Frage: Wie geht es weiter? Die Bürger von Deggendorf sind gespannt, wie sich die Situation entwickeln wird. Eines ist sicher: Die Diskussion über die Verkehrsinfrastruktur wird uns noch eine Weile begleiten.
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