Heute ist der 23.05.2026 und wir befinden uns in Cham, einem kleinen, aber lebendigen Ort, der sich durch seine kulturellen Wurzeln und die faszinierende Töpferei der Chăm auszeichnet. Hier, wo die Traditionen fest verwurzelt sind, lebt ein ganzes Volk von einer Kunstform, die nicht nur die Vergangenheit ehrt, sondern auch die Zukunft der Gemeinschaft gestalten soll. Assoc. Prof. Dr. Phan Quoc Anh, Vorsitzender des Beratungsrates für ethnische und religiöse Angelegenheiten in Vietnam, hat die Hoffnung geäußert, dass die Cham-Keramik bald als repräsentatives kulturelles Erbe der Menschheit anerkannt wird. Ein großer Schritt, der die Bedeutung dieser Kunstform unterstreicht.
Die Einreichung des internationalen Berichts über die Cham-Töpferkunst steht vor der Tür, und die Aufregung ist spürbar. Die UNESCO-Richtlinien verlangen umfassende Maßnahmen, um Risiken bei der Berichterstattung an den internationalen Rat zu vermeiden. Ein unzureichender Bericht könnte nicht nur dem Ruf der Region schaden, sondern auch die Streichung der Cham-Töpferkunst von der Liste des dringend schutzbedürftigen Kulturerbes gefährden. Das wäre ein herber Schlag für die Gemeinschaft, die so viel Herzblut in die Erhaltung ihrer Traditionen steckt.
Die Töpferei als Lebenselixier
Im charmanten Dorf Bau Truc, wo 695 Haushalte und 3.432 Einwohner leben, dreht sich alles um die Töpferei. Hier ist nicht nur die Kunst, sondern auch das tägliche Leben mit der Töpferei verwoben. Die Frauen des Dorfes, die das Handwerk vor allem prägen, erzeugen wunderschöne Haushaltsutensilien, religiöse Objekte und Kunstwerke wie Krüge, Töpfe und Vasen. Diese Kreationen sind nicht nur Produkte; sie sind Ausdruck individueller Kreativität und eine Möglichkeit, die Traditionen weiterzugeben.
Die Töpferwaren werden auf eine ganz besondere Art und Weise geformt. Statt einer Drehscheibe wird das Stück von den Frauen im Kreis gedreht – eine Technik, die sowohl Geschicklichkeit als auch eine tiefe Verbindung zur Tradition erfordert. Die Rohmaterialien wie Ton, Sand und Wasser werden lokal gesammelt, und die Töpferei selbst erfolgt unter freiem Himmel, wo die Waren mit Feuerholz und Stroh bei etwa 800 Grad Celsius gebrannt werden. Ein faszinierender Prozess, der nicht nur die Sinne anregt, sondern auch die Gemeinschaft stärkt, denn das Wissen und die Fähigkeiten werden in den Familien weitergegeben.
Herausforderungen und Chancen
Doch trotz aller Bemühungen steht die Lebensfähigkeit dieser Kunstform auf dem Spiel. Urbanisierung schränkt den Zugang zu Rohmaterialien ein, während die Anpassung an die Marktwirtschaft noch in den Kinderschuhen steckt. Zudem gibt es ein schwindendes Interesse der jüngeren Generationen, die oft andere Wege einschlagen möchten. Das kann nicht nur die Tradition gefährden, sondern auch die wirtschaftliche Basis vieler Familien, die von der Töpferei leben.
Eine positive Entwicklung zeichnet sich jedoch ab: Die staatliche Unterstützung hat in Bau Truc bereits Früchte getragen. Die wirtschaftliche und touristische Entwicklung hat das Einkommen der Einheimischen erhöht und die Schaffung von Arbeitsplätzen gefördert. Jährlich werden über 17.000 Produkte hergestellt, was mehr als 500 Arbeitern ein Einkommen von etwa 7 bis 8 Millionen VND pro Monat sichert. Das ist nicht zu verachten!
Die lokale Regierung wird um Unterstützung bei der Vermarktung und dem Ausbau des Marktes für Cham-Keramik gebeten. Das Ziel ist klar: die Cham-Keramik nicht nur als Kunstform, sondern auch als Teil des Kulturtourismus zu fördern. Die Verbindung von kulturellen und touristischen Aktivitäten könnte nicht nur die Töpferei retten, sondern auch die gesamte Region stärken.
Die Bewahrung des kulturellen Erbes ist schließlich eine kollektive Verantwortung. Die Erfahrungen aus dem Gesang von Phu Tho Xoan, einem erfolgreichen Modell für den Erhalt von Kulturerbe, könnten hier als Vorbild dienen. In Cham wird deutlich: Tradition ist nicht nur Vergangenheit, sondern auch Zukunft. Und wer weiß, vielleicht wird die Cham-Töpferkunst bald nicht nur in Vietnam, sondern weltweit als wertvolles Kulturerbe gefeiert.
