Heute ist der 22.05.2026 und wir werfen einen Blick auf die faszinierende Welt der Cham-Kultur, die an der Küste Vietnams im 2. oder 3. Jahrhundert entstand. Ein wahres Kleinod der Geschichte ist der Tempelkomplex von My Son, der sich in der Gemeinde Thu Bon befindet. Dort, wo die Zeit stehen geblieben scheint, haben die Mitarbeiter der Abteilung für Konservierung und Museum des My Son Management Boards kürzlich eine erste Untersuchung der Inschriften und Stelen durchgeführt. Diese Artefakte sind nicht nur Überbleibsel der Vergangenheit, sondern auch Schlüssel zu einer längst vergangenen Zivilisation, die durch ihren kulturellen Einfluss, vor allem durch die hinduistischen Glaubensvorstellungen, geprägt wurde.

Eine Delegation von Experten der französischen Schule für Fernoststudien (EFEO) hat My Son besucht, um die Zusammenarbeit in den Bereichen Erforschung, Erhaltung und Förderung des kulturellen Erbes der Cham zu besprechen. Ziel der Gespräche war es, die Übersetzung der Cham-Inschriften zu unterstützen. Diese Übersetzungen sind notwendig, um ein Nominierungsdossier für die Anerkennung der Inschriften und Stelen als Weltkulturerbe zu erstellen. Man kann sich vorstellen, wie viel Arbeit da noch vor den Beteiligten liegt!

Die Schätze von My Son

Im Tempelkomplex von My Son stehen mehr als 70 Tempel, die aus dem Reich Champa stammen. Diese beeindruckenden Bauwerke bestehen meist aus einem zentralen turmartigen Bauwerk, umgeben von kleineren Gebäuden. Sie erzählen Geschichten, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen, als französische Gelehrte begannen, das Stelensystem zu entdecken und zu dokumentieren. Viele dieser wertvollen Artefakte haben leider unter den Schrecken des Vietnamkrieges gelitten. Ein berühmter Turm, der einst 24 Meter hoch war und mit kunstvollen Bildhauereien von Löwen und Elefanten geschmückt war, wurde 1969 durch Bombardierungen zerstört. Es ist tragisch, die Schäden zu sehen, die über die Jahre an diesen historischen Stätten angerichtet wurden.

Die Herausforderung für die Forscher ist nicht nur die Erhaltung der Tempel, sondern auch die Rekonstruktion der fugenlosen Bauweise der Cham. Diese Bauweise ist so einzigartig, dass sie sich nicht einfach reproduzieren lässt. Der Einsatz von Mörtel führt oft zu Moosbewuchs, was die Restaurierungsarbeiten zusätzlich erschwert. Dennoch ist die Entschlossenheit der Einheimischen, gemeinsam mit internationalen Organisationen, bemerkenswert. Sie arbeiten an der Übersetzung des Inschriftensystems ins Vietnamesische und Englische, um die Geschichten der Cham für zukünftige Generationen zu bewahren.

Ein erhaltenswertes Erbe

Die Inschriften und Reliefs in My Son sind von unschätzbarem historischen, kulturellen und wissenschaftlichen Wert. Sie beleuchten die Entstehungsgeschichte und Entwicklung des Tempelkomplexes sowie das Leben im Königreich Champa. Der Verwaltungsrat des Weltkulturerbes My Son hat bereits eine erste Vorstudie des Inschriften- und Stelensystems durchgeführt. Diese Untersuchung liefert die wissenschaftliche Grundlage für die Dokumentation zur Anerkennung als Kulturerbestätte. Dabei wurden Lage, Form, Material und Zustand der Artefakte genau erfasst. Man kann sich das wie eine Art Schatzkarte für die Geschichte vorstellen.

Es bleibt spannend, wie sich die Zusammenarbeit zwischen den Forschergruppen und den französischen Experten entwickeln wird. Beide Seiten planen, eine Absichtserklärung zu unterzeichnen, um die Koordination in der wissenschaftlichen Forschung und Denkmalpflege zu stärken. Diese Absichtserklärung könnte der Schlüssel sein, um die Schätze von My Son für die Nachwelt zu bewahren. Die Zukunft dieser einzigartigen Kulturstätte ist auf jeden Fall einen Blick wert!