Heute ist der 24.05.2026 und wir befinden uns in Cham, einer charmanten Stadt in der Oberpfalz, die viel mehr zu bieten hat, als man auf den ersten Blick denkt. Ein Blick auf die Ludwigstraße verrät es sofort: Hier stehen zwei beeindruckende Kirchen, nur 150 Meter voneinander entfernt und jede für sich ein echtes Schmuckstück. Die Redemptoristen-Klosterkirche, die 1902 eingeweiht wurde, ist ein großer Backsteinbau, der sich ortsprägend in die Szenerie einfügt. Ihre massiven Wände erzählen Geschichten aus einer anderen Zeit und ziehen einen förmlich in ihren Bann.
Die Erlöserkirche, die ein paar Schritte weiter auf den Besucher wartet, hat eine ganz eigene Geschichte. Am 16. Oktober 1892 wurde sie feierlich eingeweiht und gilt heute als die älteste evangelische Kirche im Bayerischen Wald. Der neugotische Stil verleiht ihr ein historisches Flair, und es ist kein Wunder, dass sie als Zentrum für die evangelischen Gemeinden der Region fungiert. Die gepflegte und idyllische Anlage ist nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein wahrer Augenschmaus. Die freundliche Freitreppenanlage lädt förmlich dazu ein, den Eingang zu betreten und sich von der Atmosphäre verzaubern zu lassen.
Ein Blick ins Innere der Erlöserkirche
Ursprünglich war die Erlöserkirche für eine kleine Diasporagemeinde mit rund 150 Gläubigen gedacht. Entworfen von Architekt Carl Lemmes, bot sie zunächst Platz für 168 Sitzplätze. Auch wenn der Innenraum durch spätere Renovierungen verändert wurde, so blieb doch das historische Kirchengestühl erhalten – ein Stück lebendige Geschichte! Im Altarraum sind drei eindrucksvolle historische Fenster zu bewundern, die Christus als „Guten Hirten“ in den Mittelpunkt rücken. An den Seiten sind die Reformatoren Philipp Melanchthon und Martin Luther abgebildet – sie blicken mit einer gewissen Gelassenheit auf die Gläubigen.
Ein weiteres Highlight ist der Chorbogen, der 1982 von Johannes Potzler mit einem Apostelfries in sanften Pastellfarben gestaltet wurde. Ein ausdrucksvolles Kreuz von Bildhauer Hans Bucher aus dem Jahr 1959 ergänzt die Innengestaltung und zieht die Blicke auf sich. Die sichtbare Holzkonstruktion des Innenraums erinnert an einen Schiffsrumpf – irgendwie fühlt man sich beim Betreten fast wie auf einer Reise in die Vergangenheit. Das Dach und der Turm sind mit Schiefer gedeckt, was dem Bauwerk zusätzlich einen rustikalen Charme verleiht. Im Turm läuten drei Glocken: eine bayerische, eine schlesische und eine aus Pommern. Sie sind nicht nur musikalische Begleiter, sondern auch ein stummer Zeuge der Heimatvertriebenen, die nach dem Krieg in Cham eine neue Heimat fanden.
Cham und seine kulturellen Schätze
Der Besuch dieser beiden Kirchen ist mehr als nur ein Ausflug in die Geschichte. In Cham spürt man die Verbundenheit der Menschen zu ihrem Glauben und zur Vergangenheit. Die Stadt hat sich über die Jahre hinweg bewahrt und gleichzeitig weiterentwickelt. Es ist ein Ort, an dem Tradition und Moderne Hand in Hand gehen. Wenn man durch die Straßen schlendert, hört man das Lachen von Kindern, das Klirren von Geschirr in den Cafés und riecht den Duft von frischem Gebäck aus den Bäckereien. Cham ist lebendig, und die Kirchen sind ein Teil dieses pulsierenden Lebens.
Die Erlöserkirche und die Redemptoristen-Klosterkirche sind nicht nur architektonische Meisterwerke, sondern auch soziale Anlaufstellen, die das Herz der Gemeinde bilden. Hier wird nicht nur Gottesdienst gefeiert, sondern auch Gemeinschaft gelebt – sei es bei Veranstaltungen, Konzerten oder einfach nur beim Treffen mit Nachbarn. In dieser Stadt wird das Miteinander großgeschrieben, und das spürt man an jeder Ecke. Cham bietet seinen Besuchern die Möglichkeit, in eine Welt einzutauchen, in der Tradition und Fortschritt harmonisch miteinander verbunden sind.
