Heute ist der 14.05.2026 und in Bad Tölz-Wolfratshausen schwingt ein ganz besonderer Geist in der Luft. Der Vatertag steht vor der Tür, ein Anlass, der nicht nur Bier und Bratwürste verspricht, sondern auch die Möglichkeit, über die Weitergabe von Werten und Traditionen in unseren Familien nachzudenken. In einer aufschlussreichen Umfrage wurden Väter und Söhne aus der Region befragt, was sie voneinander gelernt haben und wie sie die Bande zwischen den Generationen stärken.

Ein besonders eindruckvolles Beispiel ist die Familie Wiedemann. Peter Wiedemann, ein erfolgreicher Unternehmer, hat seine Seifensiederei in eine florierende Parfümerie mit über 20 Filialen verwandelt. Sein Sohn Christian führt das Unternehmen bereits in fünfter Generation und bringt frischen Wind in die altehrwürdigen Traditionen. Der Sport- und Gesundheitswissenschaftler Florian Wiedemann, der im Jahr 2022 das Seminarzentrum „Alte Seifensiederei“ gründete, hebt hervor, wie wichtig ihm die Werte seines Vaters sind: Verletzlichkeit, Mut, Einfachheit und eine tiefe Liebe zur Natur. Diese Eigenschaften scheinen sich durch die Generationen zu ziehen. Quirin, Florians 15-jähriger Sohn, bringt mit seiner sportlichen Begeisterung eine weitere Facette ins Spiel: „Man muss nicht alles so ernst nehmen!“

Werte, die verbinden

Die Familie Huß hat ebenfalls eine spannende Geschichte zu erzählen. Benedikt Huß, ein ehemaliger Eishockeyspieler, hat seinen Sohn Johannes in die Kunst des Eishockeyspielens eingeführt. Der sportliche Werdegang des jungen Huß umfasst bereits 320 Einsätze in der DEL, und er verdankt viel seiner Entwicklung der Unterstützung seines Vaters. Benedikt selbst betont Werte wie Freundlichkeit, Anstand und Fleiß – eine Grundlage, die ihm wichtig ist, um Johannes auf seinem Weg zu begleiten. Interessant ist dabei, dass Johannes seinen Vater als den größten Kritiker sieht, was zeigt, dass Kritik auch eine Form von Unterstützung sein kann.

In der Familie Schuster geht es nicht minder interessant zu. Michael Schuster, ein Eishockeyspieler der alten Schule, war Teil der Oberliga-Meistermannschaft von 1994 und hat seinen Sohn Michael junior nicht nur im Sport, sondern auch im Leben begleitet. Der junge Schuster, der bereits im Kader der Tölzer Löwen steht, schätzt die gute Laune und Unterstützung seines Vaters, während dieser ihm gleichzeitig den Freiraum lässt, eigene Wege zu gehen. Es ist diese Balance zwischen Unterstützung und Freiheit, die beide Väter und Söhne miteinander verbindet.

Ein Blick in die Zukunft

Die Geschichten dieser Familien sind nicht nur ein Spiegel der Traditionen in Bad Tölz-Wolfratshausen, sondern auch ein Zeichen für die Zukunft. Werte wie Bodenständigkeit, Wertschätzung und die Liebe zur Natur sind in einer Welt, die sich ständig wandelt, mehr denn je gefragt. Es ist schön zu sehen, wie diese Werte von Generation zu Generation weitergegeben werden, wie ein unsichtbares Band, das die Familien miteinander verknüpft.

Die Gespräche mit Vätern und Söhnen zeigen, dass es in der heutigen Zeit wichtig ist, sich Zeit füreinander zu nehmen, über Erfahrungen zu sprechen und vor allem die Freude am Leben nicht aus den Augen zu verlieren. In einer Welt, die oft hektisch und unpersönlich wirkt, sind solche Geschichten ein Lichtblick und erinnern uns daran, dass wir alle voneinander lernen können – egal, ob im Sport, im Beruf oder im täglichen Leben.