Sturmgeflüster im Unterallgäu: Wenn der Maibaum zum Opfer der Natur wird
Heute, am 31. Mai 2026, wurde das Unterallgäu von einer heftigen Gewitterfront heimgesucht, die vor allem nördlich von Memmingen wütete. Am Sonntagnachmittag zog ein Sturm auf, der Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 75 km/h brachte. Die Feuerwehr musste in Steinheim, nur etwa drei Kilometer vom Stadtzentrum Memmingen entfernt, ausrücken. Der Maibaum in Steinheim, ein stolzes Symbol des Ortes, wurde von den tobenden Böen nicht verschont – die Spitze brach ab und fiel zu Boden. Zum Glück gab es beim Aufprall keine Verletzten oder gravierende Sachschäden.
Während die Feuerwehr mit einer Drehleiter anrückte, um den Schaden zu sichern, war die Stimmung unter den Anwohnern angespannt. Die Girlande an der Baumkrone wurde abgetrennt und ebenfalls zu Boden gebracht. Ein Riss im Holz unterhalb der Bruchstelle wurde mit Eisenschellen gesichert. Polizeiberichte berichteten von weiteren Schäden, hauptsächlich an Bäumen und herumliegenden Ästen, jedoch nichts, was das tägliche Leben ernsthaft beeinträchtigen könnte. In der gesamten Region waren die heftigsten Sturmböen zwischen Memmingen und Kulmbach zu beobachten.
Ein wechselhaftes Wetter
Das Wetter hat sich in den letzten Tagen stark verändert. Am Donnerstag war es zunächst freundlich – viele Wolken zogen vorbei, doch die Sonne ließ sich auch mal blicken. Die Temperaturen lagen zwischen 21 und 25 Grad, was die Menschen nach draußen lockte. Doch die Idylle währte nicht lange, denn die Unwettergefahr stieg im Laufe des Tages. Am Nachmittag kündigten sich die ersten lokalen Gewitter über den Allgäuer- und Lechtaler Alpen an. Zwischen 19 und 22 Uhr zog dann die kräftige Gewitterfront von der Schweiz her ein, die Starkregen, Hagel und Sturmböen mit sich brachte.
Besonders das West- und Unterallgäu musste mit Sturmböen von bis zu 100 km/h rechnen. Der Bodenseeraum war zuerst betroffen, gefolgt vom Ostallgäu. Das Oberallgäu und das Kleinwalsertal hingegen durften sich über vergleichsweise wenig Regen freuen. Am Freitag gab es weiterhin Regen, aber gegen Mittag wurden die Wolken lockerer, und die Temperaturen sanken auf angenehme 12 bis 17 Grad. Ein Hoch mit dem Namen NINA versprach für das Wochenende eine Wetterberuhigung und freundlichere Temperaturen. Doch die nächste Wetterstörung kündigte sich bereits für Montag an.
Die Natur zeigt sich immer wieder von ihrer unberechenbaren Seite. Solche Stürme sind nicht nur eine Herausforderung für die Feuerwehr und die Gemeinde, sondern erinnern uns auch daran, wie stark die Kräfte der Natur sein können. Die Anwohner in Steinheim werden diesen Sonntag wahrscheinlich so schnell nicht vergessen, auch wenn der Maibaum bald wieder aufgerichtet werden kann. Die Gemeinschaft wird zusammenkommen, um das geliebte Symbol zu reparieren und vielleicht sogar ein wenig schöner zu gestalten. Schließlich gehört das Leben im Unterallgäu zum Teil auch dazu, solche Stürme gemeinsam zu meistern.


