Die Geheimnisse des Engelsanteils: Whiskyzauber aus dem Unterallgäu
Heute ist der 7.07.2026 und wir sind hier, im malerischen Unterallgäu, wo die Whiskybrennerei Bergwelt in Pfaffenhausen ein echtes Juwel der bayerischen Spirituosenlandschaft ist. Wer hätte gedacht, dass aus dieser kleinen Brennerei einer der besten Whiskys Deutschlands kommt? Wenn man durch die rustikalen Hallen schlendert, umhüllt einen sofort der malzige, alkoholische Geruch, der die Vorfreude auf das, was kommt, steigert. Es ist eine Mischung aus Tradition und Innovation, die hier in jedem Tropfen steckt.
Die Brennerei wurde vor über 20 Jahren gegründet, doch der große Durchbruch kam erst 2017 mit der Eröffnung der Destillerie in Pfaffenhausen. Hier wird nicht nur Whisky gebrannt, sondern auch das Handwerk des Destillierens mit Herzblut betrieben. Gründer Andreas von Bergwelt legt großen Wert auf Qualität. Mit modernstem Equipment und besten Zutaten – das Getreide wird direkt vor Ort selbst gemahlen – kreiert er einen Whisky, der seinesgleichen sucht. Und das Ergebnis? Der White Mountain Single Malt Whisky, der aus fünf verschiedenen Gerstenmalzsorten besteht. Die genaue Mischung bleibt natürlich ein wohlgehütetes Geheimnis.
Ein Blick hinter die Fasswand
Was viele nicht wissen: Jedes Jahr verschwinden in den Eichen-Whiskyfässern im Showroom etwa 22 Liter reinen Ethanol pro Fass. Diese Verdunstung nennt man den „Angel’s Share“ – der Engelsanteil. Er bezeichnet den Teil des Whiskys, der während der Lagerung aus dem Fass verdunstet. In Schottland und Irland liegt dieser Anteil im Durchschnitt bei 1 bis 3 % pro Jahr. Der Angels’ Share hat nicht nur geschmackliche, sondern auch finanzielle Auswirkungen auf die Brennereien. Je länger der Whisky reift, desto weniger bleibt im Fass zurück. Und je höher die Luftfeuchtigkeit, desto mehr Alkohol verdunstet, was den Whisky alkoholärmer macht. Komischerweise hat der Angels’ Share sogar dazu geführt, dass ein spezieller Pilz, Baudoinia compniacensis, in der Nähe von Destillerien gedeiht und diese mit schwarzen Verfärbungen überzieht.
Die Brennerei hat im Laufe der Jahre einen beachtlichen Aufstieg erlebt. Der Absatz ist seit 2017 um das Siebenfache gestiegen, und beim Whisky hat sich dieser sogar verzehnfacht – und das alles trotz der Herausforderungen der Pandemie. Treue Kunden im Online-Shop haben dazu beigetragen, dass die Liebe zur Spirituose weiterhin blüht. Und dass nicht nur hierzulande – die Auszeichnungen sprechen für sich: Bronze beim World Whiskies Award und Silber beim German Whisky Award in diesem Jahr.
Die nächste Generation
Ein ganz besonderer Teil der Geschichte ist die Tochter von Andreas, Hannah von Bergwelt. Mit einer Note eins in der schriftlichen Prüfung zur ausgebildeten Destillateurin hat sie sich nicht nur einen Namen gemacht, sondern ist auch schon seit ihrer Kindheit aktiv im Betrieb. Sie hat frischen Wind in die Brennerei gebracht, unter anderem mit der Entwicklung eines neuen Birnen-Balsamicos, der fruchtig und mild schmeckt. Andreas träumt davon, dass seine Tochter sein Lebenswerk mit der gleichen Leidenschaft und dem gleichen Herzblut weiterführt, wie er es getan hat. Eine spannende Zukunft steht also bevor!
In der Welt des Whiskys ist die Brennerei Bergwelt ein strahlendes Beispiel für Qualität und Handwerkskunst. Hier wird nicht einfach nur gebrannt – hier wird mit Liebe und Hingabe gearbeitet, und das schmeckt man in jedem Schluck. Ja, das Unterallgäu hat nicht nur schöne Landschaften zu bieten, sondern auch einen Whisky, der ganz sicher in den Herzen der Kenner bleibt.
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