In Starnberg sind die Sorgen um die Verkehrssicherheit von Fußgängern und Radfahrern groß. Nach dem tragischen tödlichen Unfall eines achtjährigen Jungen am Faschingsdienstag haben viele Bürger und Eltern eine Verbesserung der Verkehrssituation gefordert. Die Aufmerksamkeit für dieses Thema hat zugenommen, wobei der Fokus auf den Bedürfnissen der Schwächeren im Straßenverkehr liegt, der oft nicht ausreichend Rechnung getragen wird. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, zeigen zahlreiche Vorschläge, dass es an der Zeit ist, ein Umdenken einzuleiten.
Der Diskurs rund um die Verkehrssicherheit wird durch eine Petition zur Verkehrssicherheit unter dem Titel „Verkehrssicherheit in Starnberg“ verstärkt, die bereits 907 Unterschriften sammeln konnte, darunter 658 aus der Region. Diese Petition wird am 25. März dem Stadtrat übergeben, der sich seit 2020 zusammensetzt, aber im Mai um neue Mitglieder ergänzt wird, die frischen Wind in die Debatte bringen könnten. Unter den Unterzeichnern sind auch 16 Elternbeiräte von Starnberger Schulen und Kindergärten, die Maßnahmen an drei vielbefahrenen Kreuzungen entlang der B2 fordern, berichtet die OpenPetition.
Bedarf an Maßnahmen
Die Bürger fordern konkrete Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit, insbesondere an den problematischen Kreuzungspunkten. Diese zeichnen sich durch unzureichende Grünphasen bei Ampelanlagen, enge Gehwege und überhöhte Geschwindigkeiten aus. Die Eltern haben ein Mindset entwickelt, das darüber hinaus geht: Anstatt die Autofahrerinteressen überproportional zu berücksichtigen, steht die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer im Vordergrund. Bürgermeister Patrick Janik hat dies in zahlreichen E-Mails an die Stadtverwaltung konkretisiert und Vorschläge wie Zebrastreifen, Querungsinseln und Bedarfsampeln ins Spiel gebracht, wie Süddeutsche Zeitung erklärt.
Anfang April wird der Mobilitätsausschuss der Stadt Starnberg über die Vorschläge beraten. In dieser Sitzung sollen unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt werden, auch von Vertretern des Staatlichen Bauamts, der Polizei und des Landratsamts. Dabei wird eine Analyse ohne Denkverbote angestrebt, und es sind Änderungen bei Ampelübergängen geplant. So könnten getrennte Grünphasen für Fußgänger und Autofahrer sowie eigene Fahrspuren für Rechtsabbieger an der B2 eingeführt werden. Die Ergebnisse dieser Bemühungen könnten erhebliche Auswirkungen auf die Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer haben.
Interaktive Karte zur Gefahrenmeldung
Ein innovatives Element bei dieser Diskussion ist eine interaktive Karte, die von dem Familienbeirat David Hoffmann ins Leben gerufen wurde. Diese Karte ermöglicht es Bürgern, Gefahrenstellen für Fußgänger und Radfahrer zu melden. Die gesammelten Daten sollen dann als Grundlage für zukünftige Gespräche und Maßnahmen mit dem Stadtrat, dem Landratsamt und dem Staatlichen Bauamt in Weilheim dienen. Diese Aktion unter dem Titel „Starnberg sicherer machen“ stieß auf großes Interesse und wurde bereits über 1160 Mal aufgerufen, berichtet die OpenPetition.
Das jüngste Geschehen und die anhaltenden Forderungen der Starnberger Bürger verdeutlichen den Nachholbedarf in der Verkehrssicherheit im gesamten Stadtgebiet. Es ist klar, dass eine sozialverträgliche Verkehrspolitik mehr Anstrengungen erfordert, um die „Vision Zero“ des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr, die auf die Vermeidung von Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr abzielt, erfolgreich umzusetzen. Das Mobilitätsforum des Bundes stellt entsprechende Fördermittel zur Verfügung und unterstützt zahlreiche Projekte zur Verbesserung der Verkehrssicherheit.
Die Situation in Starnberg ist also eine Herausforderung, der sich die Stadtverwaltung und die Bürger gemeinsam stellen müssen, um das Radfahr- und Fußwegenetz sicherer und einladender zu gestalten. Mit vereinten Kräften scheint es möglich, dass die 1000-Unterschriften-Marke der Petition bald erreicht wird und Starnberg einen Schritt näher zu einer freundlicheren Verkehrsatmosphäre gelangt.