In Starnberg bewegt sich etwas, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Die Petition zur Verkehrssicherheit hat bereits 907 Unterschriften gesammelt – ein starkes Zeichen der Bürger, das zeigt, wie wichtig ihnen die Sicherheit im Straßenverkehr ist. Vor allem die Eltern sind besorgt. 658 der Unterschriften kommen direkt aus Starnberg, und das Quorum von 500 Unterschriften ist längst überschritten. Die Übergabe an den Stadtrat steht am 25. März an, und die Hoffnung auf eine Verbesserung der Verkehrssituation ist groß. Der Stadtrat, bestehend aus den Mitgliedern der Wahl von 2020 und den neuen Gesichtern, die im Mai ihre Arbeit aufnehmen, wird sich dem Thema annehmen müssen.

Doch das ist nicht alles. Die Zielmarke von 1000 Unterschriften ist in Sicht, und das zeigt, wie viele Menschen sich für sichere Straßen für Fußgänger und Radfahrer einsetzen. Der Aufruf kommt nicht von ungefähr – nach einem tragischen Vorfall am Faschingsdienstag, bei dem ein achtjähriger Junge ums Leben kam, ist der Handlungsdruck enorm gestiegen. Starnberg wird oft als nicht fahrrad- und fußgängerfreundlich beschrieben. An vielen Stellen wird deutlich, dass die Belange der Autofahrer überproportional berücksichtigt werden, während die Sicherheit der unmotorisierten Verkehrsteilnehmer auf der Strecke bleibt.

Aktive Maßnahmen und Forderungen

Die Elternbeiräte von 16 Schulen und Kindergärten haben klare Forderungen an die Stadt gerichtet: An drei zentralen Kreuzungen entlang der Bundesstraße B2 sollen dringend Maßnahmen ergriffen werden. Hierzu zählen unter anderem bessere Ampelschaltungen, ausreichend Grünphasen und die Schaffung von Querungsinseln. Die Probleme sind vielfältig: Überhöhte Fahrgeschwindigkeiten, schmale Gehwege und unzureichende Möglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer machen den Alltag gefährlich.

Um das Bewusstsein für diese Missstände zu schärfen, hat David Hoffmann vom Familienbeirat eine interaktive Karte erstellt. Auf dieser können Gefahrenstellen für Fußgänger und Radfahrer eingetragen werden. Bisher gab es über 1160 Aufrufe zu dieser Aktion „Starnberg sicherer machen“, die als Grundlage für Diskussionen mit dem Stadtrat, dem Landratsamt und dem Staatlichen Bauamt Weilheim dienen soll. Am 16. April wird der Mobilitätsausschuss der Stadt Starnberg die Vorschläge beraten. Bürgermeister Patrick Janik hat bereits zahlreiche E-Mails mit Verbesserungsvorschlägen erhalten: von Zebrastreifen über Bedarfsampeln bis hin zu Fahrradstraßen.

Ein Umdenken ist notwendig

Die Situation in Starnberg verlangt nach einem Umdenken. Der Stadtrat hat sich bereits mit der Verkehrssituation am Tutzinger-Hof-Platz beschäftigt, und das Interesse der besorgten Eltern ist groß. Es gibt zahlreiche Verbesserungsvorschläge, und es besteht absoluter Nachholbedarf im gesamten Stadtgebiet. Stadträtin Eva Pfister hat „Strategische Leitgedanken zur Verkehrssicherheit“ sowie ein „Sofortmaßnahmenpaket“ entwickelt, das auch getrennte Grünphasen für Fußgänger und Autofahrer sowie eigene Fahrspuren für Rechtsabbieger von der B2 in die Hanfelder Straße umfasst. Entscheidend wird sein, dass die Analyse der Verkehrssituation „ohne Denkverbote“ erfolgt.

Ein entscheidendes Gespräch steht also bevor. Die Bürger von Starnberg haben ihre Stimme erhoben und fordern, dass ihre Sicherheit ernst genommen wird. Es ist an der Zeit, dass die Stadt auf diese Anliegen reagiert und die Straßen für alle Verkehrsteilnehmer sicher gestaltet. Die nächsten Schritte sind entscheidend. Auf dass das Leben in Starnberg bald ein Stück sicherer wird!