Heute ist der 4.05.2026 und während die Temperaturen über 20 Grad steigen, gibt es traurige Nachrichten aus dem Erholungsgelände Paradies am Starnberger See. Die Stege, die sonst so einladend zum Spaziergang oder zum Wassertreten einladen, sind gesperrt. Ein Schock für viele, die sich auf einen schönen Tag am Wasser gefreut haben. Kioskbetreiberin Cathrin Dierks kann die Verärgerung ihrer Gäste gut nachvollziehen. „Was ist denn hier los?“, fragen sie ungeduldig, während sie auf die gesperrten Wege deuten. Die Ungewissheit, wann es hier weitergeht, macht die Situation nicht besser.

Die Stadt München, als Eigentümerin des Erholungsgeländes, hat die Sperrung aufgrund von dringenden Sanierungsarbeiten angeordnet. Steg 4, der seit Sommer 2025 wegen „Holzzersetzungsprozessen“ in den Stützhölzern außer Betrieb war, wurde inzwischen abgebaut. Burkhardt Schütz, der Vorsitzende des Kneippvereins Starnberg, äußert sich deutlich: „Es ist einfach skandalös, dass die Stege jahrelang vor sich hin verfallen.“ Die Vereinsmitglieder nutzen Steg 1 regelmäßig, um ihre Runden beim Nordic Walking zu drehen oder um einfach mal die Füße ins Wasser zu tauchen. Aber jetzt? Jetzt ist alles anders und die Enttäuschung sitzt tief.

Sanierungsbedarf und Sicherheitsfragen

Die Stege 1 bis 3 wurden ebenfalls auf Schäden untersucht, die insbesondere bei Sturmereignissen zur Gefahr werden könnten. Die Stege und Treppenabgänge sind etwa 25 Jahre alt und die Stützhölzer sind altersbedingt morsch. Das Baureferat München hat die Verantwortung für die Verkehrssicherung der Stege – und hier wird es richtig spannend, denn ein externer Gutachter prüft derzeit den Zustand der Holzkonstruktionen. Leider bleibt unklar, wann die Stege wieder freigegeben werden können. Die Zersetzungsprozesse sind von außen nicht sichtbar. Man fragt sich: Wie kann es so weit kommen?

Das Unverständnis im Pöckinger Gemeinderat über die fehlenden Maßnahmen im Winter ist groß. Es scheint, als wäre der sanierungsbedürftige Zustand der Stege über die Jahre einfach ignoriert worden. Bei einem Steg nördlich von Tutzing wurden vor vier Monaten Holzstufen rutschfest gemacht, und ein zweiter Handlauf montiert. Die Gemeinde Tutzing hat hier proaktiv gehandelt. Warum nicht auch hier im Paradies?

Ein Blick in die Zukunft

Die Fragen häufen sich. Wird es alternative Konstruktionen geben, um die Sicherheit zu erhöhen und der Rutschgefahr durch Algen im Wasser zu begegnen? Und was ist mit den Beschwerden der Gäste, die sich nach den Gründen der aktuellen Sperrung erkundigen? Cathrin Dierks hört nur zu und hofft auf schnelle Lösungen. Die Gäste wollen zurück ins Paradies – und zwar bald.