Die kreative Welt von Ekkeland Götze sorgt für Wirbel und zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Der Konzeptkünstler aus München sammelt seit 1989 Bodenproben von besonderen Orten weltweit und bringt sie auf Leinwand. An einem spannenden Tag, dem 9. Mai 2026, durfte Barbara Schulte im Bosco in Gauting mit Götze sprechen und mehr über seine ungewöhnlichen künstlerischen Expeditionen erfahren.
Götze, der seine Reiseleidenschaft 1988 in München entdeckte, hat über die Jahre viele faszinierende Orte bereist, um die Erde aus ihrer natürlichen Umgebung einzufangen. Dazu zählen unter anderem das Amazonasgebiet, Australien sowie die spektakulären Landschaften Japans und Islands. Seine Reise nach Madagaskar im Jahr 2014, um rote Erde zu sammeln, ist ein weiteres Highlight seiner künstlerischen Entdeckungstour. Aktuell sind im Bosco rund 20 seiner Werke aus verschiedenen Kontinenten ausgestellt, etwa seinem tausendsten Werk „Olduvai“, das Erde aus Tansania zeigt.
Kunst als umweltbewusster Akt
Die Ausstellung trägt den Titel „Boden – Lebensraum und Grundlage“ und ist Teil einer mehrjährigen Reihe, die sich intensiv mit Umweltfragen beschäftigt. Götze verwendet eine spezielle Technik namens „Terragrafie“, um die gesammelten Bodenproben auf Papier, Leinwand und anderen Materialien abzudrucken. Diese Herangehensweise spiegelt eine tiefere, magische Beziehung vieler Kulturen zu ihrer Erde wider, was in der modernen Kunst oft verloren geht. Götze hat einen Ehrennamen von den Sioux-Indianern erhalten, was seine Verbundenheit zur Erde und zu den Menschen, mit denen er gearbeitet hat, unterstreicht.
Das Thema Umweltschutz und Bewusstsein ist eng mit der aktuellen Strömung der ökologischen Konzeptkunst verbunden, in der Künstler wie Agnes Denes und Andy Goldsworthy natürliche Materialien verwenden und ökologische Fragen bearbeiten. Diese Kunstform, die auch Götzes Werke prägt, geht weit über die Grenzen traditioneller Galerien hinaus und fordert dazu auf, unser Verhältnis zur Natur zu überdenken. Es wird nicht nur die Schönheit der Erde gefeiert, sondern auch auf die Herausforderungen hingewiesen, vor denen wir als Gesellschaft stehen. Götze selbst äußerte Besorgnis über den gegenwärtigen Raubbau an der Erde und warnte davor, dass wir irgendwann nur noch Bilder von unserer Erde haben könnten.
Ein Beitrag zur Diskussion
Die Ausstellung im Bosco ist ein wichtiger Schritt, um das Bewusstsein für ökologische Themen zu stärken und zur Diskussion anzuregen. Die Finissage der Ausstellung, die am 18. Juli stattfinden wird, bietet ein weiteres Forum, um über die Rolle der Kunst in der Umweltdebatte nachzudenken. Wie Götze betont, sei Kunst nicht nur ein ästhetisches Vergnügen, sondern auch ein kraftvolles Werkzeug für Umwelterziehung und Aktivismus.
Durch Götzes Arbeiten wird deutlich, wie künstlerische Praktiken nicht nur die Sinne ansprechen, sondern auch zum Nachdenken über unseren Einfluss auf die Umwelt anregen. Die aktuelle Ausstellung im Bosco ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Verbindung von Umweltbewusstsein und Kunst, die mehr denn je notwendig ist, um Veränderungen in unserer Gesellschaft zu fördern.
Weitere Informationen und einen tieferen Einblick in die Bewegung der ökologischen Konzeptkunst finden interessierte Leser:innen auf den Seiten der Galerie Gerdes.