Heute ist der 9.05.2026, und im Bosco in Gauting wird etwas ganz Besonderes präsentiert. Ekkeland Götze, ein Konzeptkünstler mit einer Leidenschaft für die Erde, hat hier seine Werke ausgestellt. Götze sammelt seit 1989 Bodenproben von bemerkenswerten Orten auf der ganzen Welt. Bei einem Interview, das von Barbara Schulte moderiert wurde, erzählte er von seinen Abenteuern und Expeditionen, die ihn unter anderem nach Madagaskar führten, wo er 2014 rote Erde sammelte. Diese Geschichten sind nicht nur faszinierend – sie zeigen auch eine tiefe Verbindung zwischen Mensch und Erde, die in anderen Kulturkreisen oft viel ausgeprägter ist als bei uns.
Die Ausstellung trägt den einprägsamen Titel „Boden – Lebensraum und Grundlage“ und ist Teil einer mehrjährigen Veranstaltungsreihe zur Umwelt. Götze nutzt ein Verfahren namens „Terragrafie“, um die gesammelten Proben auf Leinwand, Papier und andere Materialien zu drucken. Rund 20 seiner Werke sind aktuell im Bosco zu sehen, und sie stammen aus den verschiedensten Ecken der Erde – vom Amazonasgebiet über Australien und Neuseeland bis hin zu Japan, Island, Afrika und Nepal. Jedes Stück erzählt eine eigene Geschichte und ist ein Fenster zu den Orten, die Götze besucht hat.
Ein Künstler mit einer Mission
Bei der Finissage am 18. Juli wird Götze auch sein tausendstes Werk „Olduvai“ präsentieren, das Erde aus Tansania zeigt. Es ist ein beeindruckendes Ziel, das er mit seiner Kunst verfolgt. Götze äußert sich besorgt über den globalen Raubbau an der Erde und warnt, dass es eines Tages nur noch Bilder geben könnte – und keine Erde mehr. In seinen Augen ist die Erde ein Schatz, den wir bewahren müssen. Es ist seine Kindheit in Dresden, die ihn geprägt hat, und das Interesse an Entdeckungsreisen, das er schon früh entwickelte, weht durch jede seiner Arbeiten.
Besonders bemerkenswert ist, dass ihm von den Sioux-Indianern ein Ehrenname verliehen wurde. Das spricht für seine Fähigkeit, mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu treten und offen über seine Absichten zu sprechen. Götze hat die tiefere, fast magische Beziehung der Menschen zur Erde in seinen Reisen erlebt und lässt diese Erlebnisse in seine Kunst einfließen. Seine Werke sind nicht nur Kunstwerke, sie sind Botschaften, die den Betrachter zum Nachdenken anregen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Veranstaltung im Bosco ist also nicht nur eine Ausstellung, sondern eine Einladung, darüber nachzudenken, wie wir mit unserer Erde umgehen. Götzes Werke sind Mahnmale und zugleich Inspiration. Sie zeigen die Schönheit und Vielfalt unserer Welt, während sie uns gleichzeitig dazu drängen, achtsamer mit ihr umzugehen. „Boden – Lebensraum und Grundlage“ könnte nicht zeitgemäßer sein. Inmitten der Herausforderungen, vor denen wir stehen, ist Götzes Kunst ein Lichtblick und ein Aufruf zur Veränderung.