75 Jahre Kustermannvilla: Tutzings Gymnasium zwischen Tradition und Zukunftsfragen
Wenn man in Tutzing ist, kommt man um das Gymnasium nicht herum. Dieses Jahr wird ein ganz besonderes gefeiert: 75 Jahre sind vergangen, seit die ersten Schüler in die Kustermannvilla eintraten. Damals als „Realprogymnasium“ gestartet, hat sich die Schule zu einem wichtigen Bestandteil der Gemeinde entwickelt. Es ist fast wie ein großer Familientreffen, wenn rund 2000 Gäste sich versammeln, um mit Live-Musik, Bratwurst und Sautrogrennen zu feiern. Man kann sich gut vorstellen, wie die Atmosphäre auf dem Schulgelände brodelt, wenn die Absolventen der ersten Generationen, wie Detlef Rzepka und Henning Boes, mit leuchtenden Augen von den Anfängen erzählen.
Die Schulzeit des Schauspielers und Regisseurs Alexander Netschajew war geprägt von der Schülerzeitung „Trichter“, Theatergruppen und der Musikfreizeit. Trotz seiner mittelmäßigen Leistungen beschreibt er seine Zeit am Gymnasium als schön. Ebenso hat Joern Hinkel seine Liebe zu Deutsch, Musik und Kunst auf der Bühne des Gymnasiums entdeckt. Diese leidenschaftlichen Erinnerungen sind nicht nur Teil der Geschichte, sondern auch das, was die Schule lebendig hält – auch wenn der bauliche Zustand des Gymnasiums mit einem klaren „schlecht“ kategorisiert werden muss.
Sanierung oder Neubau?
Die Diskussion über die Zukunft des Gymnasiums ist in vollem Gange. Der Landkreis Starnberg hat die Trägerschaft vor fünf Jahren übernommen und investierte bereits zwei Millionen Euro in Sanierungen. Doch die Herausforderungen wachsen. Landrat Stefan Frey hat die Kosten für eine Generalsanierung auf bis zu 80 Millionen Euro geschätzt. Ein Neubau wird jetzt ernsthaft in Betracht gezogen, und die Kreisverwaltung sucht nach einem geeigneten Grundstück von etwa drei bis fünf Hektar. Der Kustermannpark ist dabei ein möglicher neuer Standort.
Die baulichen Maßnahmen sind dringend notwendig. Der Nordbau muss erweitert werden und der Südbau steht vor einer Umstrukturierung. Dabei bleibt die zentrale Kalle-Villa, die unter Denkmalschutz steht, ein heikles Thema, da die rechtlichen Fragen noch nicht geklärt sind. Bürgermeister Ludwig Horn hat bereits bestätigt, dass die Verwaltung prüft, ob ein Umzug des Gymnasiums an einen anderen Standort möglich ist – eine spannende Wendung für die Schule, die über Jahre hinweg ein fester Bestandteil der Tutzinger Gemeinschaft war.
Ein Blick in die Zukunft
Im Juli 2024 wird der Kreistag eine Vorentwurfsplanung für die Generalsanierung beschließen. Es bleibt abzuwarten, welche Optionen letztendlich gewählt werden. Angesichts der hohen Schülerzahl von etwa 1000, die die Kapazitätsgrenze erreicht hat, ist die Notwendigkeit einer Lösung dringend. Die Gemeinde Tutzing hat die finanziellen Mittel für die Sanierung als schwer zu stemmen beschrieben, doch die Hoffnung auf eine zukunftsfähige Lösung bleibt bestehen.
Und während in Tutzing die Diskussionen über die Schulsanierung toben, gibt es in Deutschland viele weitere Schulen, die ähnliche Herausforderungen bewältigen müssen. Die Zahl der Schüler und die Anforderungen an moderne Bildungsstätten wachsen ständig. Informationen über Schulanfänger und die Verteilung der Schüler nach Geschlecht und Schulart sind in den Statistiken des Statistischen Bundesamtes dokumentiert. Das Schulwesen ist ein Thema, das uns alle betrifft – und nicht nur die Tutzinger. Es bleibt spannend, wie sich die Dinge entwickeln werden.
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